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Hamburg ist Hauptstadt der Wohnungslosigkeit:Diakonie fordert hamburgischen Aktionsplan

Zum Tag der Wohnungslosen am 11. September zeigt sich die Diakonie Hamburg besorgt über die sehr hohe Zahl wohnungsloser Menschen in Hamburg. Landespastor Dirk Ahrens, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Hamburg: „Fast 19.000 Menschen sind in Hamburg wohnungslos. Das ist ein trauriger Rekord.“
Datum:
11. Sep. 2022

Laut der jüngst erstmals veröffentlichten Bundesstatistik beläuft sich die Zahl wohnungsloser Menschen in Hamburg auf 18.915. Nicht enthalten in dieser Zahl sind obdachlos auf der Straße und verdeckt wohnungslos lebende Menschen. Bezogen auf die Bevölkerungszahl hat Hamburg mit 1.021 wohnungslosen Menschen pro 100.000 Einwohnern die höchste Wohnungslosenquote unter den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Im Bundesdurchschnitt sind 213 pro 100.000 Einwohner wohnungslos.  

Hamburg ist damit Hauptstadt der Wohnungslosigkeit in Deutschland unter den großen Großstädten. „Hamburg braucht jetzt einen Aktionsplan und einen Neubeginn zur Bekämpfung der Wohnungslosigkeit“, so Landespastor Dirk Ahrens. „Wir vermissen in Hamburg mutige Entschlossenheit. Nur so kann das Ziel der Bundesregierung, die Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden, auch hier in Hamburg erreicht werden“. Insbesondere müsse die Wohnungspolitik in Hamburg neu aufgestellt werden, damit in Zukunft jedes Jahr deutlich mehr wohnungslose Haushalte mit Wohnraum versorgt werden können als in den vergangenen Jahren. Gemeinsam mit den anderen Wohlfahrtsverbänden hat die Diakonie Hamburg konkrete Maßnahmen vorgeschlagen (siehe hier). Die Freie Wohlfahrtspflege hat großes Interesse, ihre Expertise in die Entwicklung eines Hamburger Aktionsplanes einzubringen.

„Dass sich der Bundespräsident heute am Tag der Wohnungslosen des Themas annimmt, zeigt deutlich, wie dringlich es ist“, so Dirk Ahrens. Die Diakonie Hamburg unterstützt auch die bis zum 16. September laufende Aktionswoche der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (weitere Informationen hier).


Hintergrund
Zum Stichtag 31. Januar 2022 waren in Deutschland rund 178.000 Personen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht, beispielsweise in vorübergehenden Übernachtungsmöglichkeiten oder in Not- und Gemeinschaftsunterkünften. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach den Ergebnissen der erstmals erhobenen Statistik aus den Meldungen von Kommunen und Einrichtungen am 14.7.2022 mit (siehe hier). Von der Bundesstatistik nicht erfasst werden obdachlos auf der Straße lebende und verdeckt wohnungslose Menschen. Geflüchtete werden in der Statistik berücksichtigt, wenn sie über einen positiven Abschluss des Asylverfahrens verfügen und durch das Wohnungsnotfallhilfesystem untergebracht sind

Bei den Daten dieser Statistik ist zu beachten, dass der Stichtag der Erhebung (31.1.2022) vor der Fluchtbewegung wegen des Ukrainekriegs lag. Wie viele der wegen des Ukrainekriegs Geflüchteten in Hamburg langfristig bleiben werden und mit Wohnraum versorgt werden müssen, ist noch nicht absehbar. In der Wohnungslosenstatistik sind in Hamburg zum Stichtag (31.1.2022) 18.915 wohnungslose Menschen erfasst. 58,5 Prozent sind männlich (11.065 Personen) und 41,5 Prozent weiblich (7.850). Knapp die Hälfte der Wohnungslosen in Hamburg sind unter 25 Jahren alt (7.055 unter 18 Jahre und 1.845 zwischen 18 und 25 Jahren). In Hamburg sind 1.021 Menschen pro 100.000 Einwohner wohnungslos. Damit nimmt Hamburg den Spitzenplatz unter den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern ein. Stuttgart mit 848 Wohnungslosen pro 100.000 Einwohnern nimmt den zweiten Rang und Frankfurt mit 742 Wohnungslosen pro 100.000 Einwohnern nimmt den dritten Rang ein. Es folgen Berlin, Köln und München. Im Bundesdurchschnitt sind 213 Menschen pro 100.000 Einwohnern wohnungslos.

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