Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Mehr Hilfe für zugewanderte Wohnungslose in Hamburg

Lupe

Immer wieder geraten Menschen aus Bulgarien, Rumänien und Polen, die auf der Suche nach Arbeit nach Hamburg kommen, in schwierige Wohn- und Beschäftigungssituationen. Für einige von ihnen endet dieser Weg auf der Straße. Das neue Projekt „Perspektiven in Europa schaffen“ berät und unterstützt diese Menschen, um sie vor dauerhafter Ausgrenzung und Armut zu bewahren. 

Peter Ogon, Fachbereichsleiter Diakonisches Werk Hamburg erläutert: „Um die Menschen möglichst gut zu erreichen, haben wir zwei Teilprojekte realisiert: „Social Bridge“ berät sowohl in der Diakonie-Tagesaufenthaltsstätte Bundesstraße als auch in anderen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe. „Şansa“ konzentriert sich dagegen auf die aufsuchende Straßensozialarbeit in Hamburg.“

Die Mitarbeitenden sind Muttersprachler und können die Zugewanderten auf Bulgarisch, Polnisch und Rumänisch sowie Russisch und Englisch beraten und begleiten. Dabei geht es unter anderem um Fragen wie: Welche Perspektive habe ich in Hamburg, wer ist bei welchem Problem zuständig oder wer kann mir weiterhelfen? Ziel ist es, die Ratsuchenden an die bestehenden Hilfesysteme zu vermitteln.

Während „Social Bridge“ organisatorisch zum Diakonischen Werk Hamburg gehört, ist „Şansa“ bei der „plata“ - Anlaufstelle für wohnungslose EU-Bürger des Trägers hoffnungsorte hamburg/Verein Stadtmission angesiedelt. Koordiniert wird das Projekt vom Diakonischen Werk Hamburg in Kooperation mit den hoffnungsorten hamburg und der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration.

Das Projekt „Perspektiven in Europa schaffen“ wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) gefördert. Die Förderung des Projektes ist auf drei Jahre befristet.

Hintergrund

Durch die EU-Erweiterung mit der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit hat die kontinuierliche Zuwanderung insbesondere aus den ost- und südost-europäischen EU-Mitgliedstaaten zugenommen. Hamburg profitiert von diesen Zuwanderungen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und von (hoch)qualifizierten Arbeitskräften.

Gleichzeitig kommen aber auch Migranten nach Hamburg, die eine geringe oder keine Qualifikation aufweisen. Oftmals geraten diese dann in prekäre Wohn-, Arbeits- und Lebenssituationen. Sie leben häufig ohne jegliches Einkommen und ohne eine medizinische Grundversorgung in der Stadt. Das Projekt „Perspektiven in Europa schaffen“ bietet hier Hilfen zur Klärung der meist komplexen Problemlagen.

Veröffentlicht am 26. April 2016