Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Hilfe seit 20 Jahren: Mitternachtsbus leider weiter unverzichtbar

Lupe Sozialsenatorin an Bord: Melanie Leonhard packte nach dem Festakt mit an und verteilte mit dem Team des Mitternachtsbusses Essen und Getränke an obdachlose Menschen.

Das Angebot der Diakonie ist auch nach 20 Jahren aus Hamburg nicht wegzudenken
 
Seit 20 Jahren hilft der Diakonie-Mitternachtsbus obdachlosen Menschen auf Hamburgs Straßen. Mit einem Festakt in der Hauptkirche St. Petri zog die Diakonie am Abend Bilanz: Die Zahl der Menschen, die auf der Straße leben, steigt seit Jahren und liegt aktuell nach eigener Schätzung bei ca. 2000 Personen in Hamburg. Der Mitternachtsbus der Diakonie bleibt als niedrigschwellige Hilfseinrichtung daher eine unverzichtbare Anlaufstelle und Versorgungsmöglichkeit für obdachlose Menschen in der Hansestadt. Projektleiterin Sonja Norgall erläutert: „Zu Beginn hatten wir rund fünfzig bis neunzig obdachlose Gäste am Bus, heute sind es Nacht für Nacht hundert bis 180 Gäste, je nach Jahreszeit.“ Ellen Zander, die sich ehrenamtlich beim Mitternachtsbus engagiert, ergänzt: „Viele Programme zur Verbesserung der Lebensumstände obdachloser Menschen helfen nur temporär. Für Wohnungslose bleibt es weiterhin nahezu unmöglich, an eine bezahlbare Wohnung zu kommen.“
 
Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard sagte in ihrem Grußwort: „Der unermüdliche Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sorgt dafür, dass nicht nur Lebensmittel, Decken oder warme Getränke verteilt werden. Sie verteilen auch Herzenswärme. Hinschauen, wahrnehmen, zuhören – manchmal auch Rat geben, Lösungen finden. Das macht das Engagement im Mitternachtsbus aus und dafür danke ich allen Engagierten im Namen des Senats.“ Im Anschluss an den Festakt begleitete die Senatorin eine Tour des Mitternachtsbusses.
 
Diakoniechef Landespastor Dirk Ahrens würdigte in seiner Predigt besonders das Engagement der Spenderinnen und Spender: „Bis heute finanziert sich der Mitternachtsbus ausschließlich aus Spenden. Die Spenderinnen und Spender übernehmen so Verantwortung und sind solidarisch. In Zeiten in denen man mit menschenverachtenden Haltungen Anhänger und ja sogar Wahlen gewinnen kann, geben Sie ein Zeugnis für Zuwendung und Nächstenliebe. Unsere Gesellschaft benötigt dieses Zeugnis genauso dringend wie die Menschen denen Sie sich zuwenden. Wir sind Ihnen zu großem Dank verpflichtet!“
 
 
Hintergrund:
1996 wurde der Mitternachtsbus vom damaligen Landespastor Dr. Stephan Reimers und Mitgliedern des Hamburger Spendenparlaments gegründet, um Menschen vor dem Erfrieren zu schützen. Bis heute fahren jeden Abend Teams von Ehrenamtlichen zu etwa 30 Haltepunkten in der Innenstadt, dem Hafen und Altona und bringen heiße Getränke, Backwaren, Decken, Isomatten und im Winter auch Kleiderspenden zu Hamburgs obdachlosen Menschen. Vor allem aber bringen sie mit den Gesprächen am Bus einen Lichtblick in das Leben auf der Straße. Bei Bedarf vermitteln die Ehrenamtlichen Ratsuchende weiter zu Beratungsangeboten wie dem Diakonie-Zentrum für Wohnungslose in Eimsbüttel. Dort gibt es auch eine ärztliche Sprechstunde, Duschen, Waschmaschinen und ein warmes Mittagessen.
 
Aktuell engagieren sich 140 Menschen aus vielen Berufs- und Altersgruppen beim Mitternachtsbus, teilweise schon seit 20 Jahren. „Wir freuen uns, dass unsere Arbeit so viele Menschen berührt und sie zu uns kommen, um Zeit oder auch Geld zu spenden“, sagt Projektleiterin Sonja Norgall. Das Projekt finanziert sich seit Beginn zu 100 Prozent aus Spenden. Weitere Information finden Sie unter www.mitternachtsbus-hamburg.de
 

Für Rückfragen stehen Ihnen Sonja Norgall, Projektleiterin Mitternachtsbus, unter 040 40 17 82-15 oder mitternachtsbus@diakonie-hamburg.de und Peter Ogon, Fachbereichsleiter Existenzsicherung, unter 040 30 62 0-309 oder ogon@diakonie-hamburg.de gern zur Verfügung.

Veröffentlicht am 10. November 2016