Nach elf Tagen endet die vorübergehende ganztägige Öffnung der Räume des Winternotprogramms. Jetzt sind obdachlose Menschen tagsüber wieder der Witterung ausgesetzt, bis sie z.B. Tagesaufenthaltsstätten erreichen.
Die Situation im Hilfesystem ist zugespitzt: Die Fachstellen für Wohnungsnotfälle sind strukturell überlastet. Aufgrund fehlender Kapazitäten bei den Wohnunterkünften und langer Wartelisten stößt das Hilfesystem an seine Grenzen, so dass eine Vermittlung häufig erst nach mehreren Monaten möglich ist. In der Folge bleibt vielen Betroffenen keine andere Wahl, als die Nächte trotz lebensbedrohlicher Witterungsbedingungen auf der Straße oder in Notunterkünften zu verbringen. Die Fachstellen für Wohnungsnotfälle müssen handlungsfähig gemacht und Wohnunterkünfte ausgebaut werden.
„Wenn Menschen lieber auf der Straße übernachten, als in eine Notunterkunft zu gehen, dann macht das den akuten Handlungsbedarf deutlich“, sagt Stefanie Koch, Wohnungslosenexpertin der Diakonie Hamburg. „Notunterkünfte müssen so gestaltet werden, dass sie die soziale Integration der wohnungslosen Menschen fördern und eine zeitnahe Vermittlung in Wohnunterkünfte oder Wohnraum ermöglichen.“
