Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Erfolgreiche Vermittlung von Flüchtlingen in Pflegeberufe

„Die beiden sind die Besten“ sagt Amadou B. und meint damit die zwei Seniorinnen, mit denen er am Kaffeetisch sitzt. Amadou B. strahlt über das ganze Gesicht und scherzt mit den beiden Damen, während diese voller Lob für den neuen Azubi sind. Das war im September 2017, als Mitarbeiterinnen des Projekts Diakonie JobPartner Refugees Amadou B. im Seniorenzentrum St. Markus besuchten. Seit sechs Wochen absolvierte er hier als erster von Diakonie JobPartner Refugees Vermittelter die Ausbildung zum Gesundheits- und Pflegeassistenten. Schon zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass Amadou B. nicht nur ein Glücksgriff für die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenzentrums war. Auch die Pflegedienstleiterin Inken Graveley berichtete begeistert von seinem liebevollen und zugleich professionellen Umgang mit den Seniorinnen und Senioren. In diesem Jahr konnte Amadou B. die Ausbildung erfolgreich abschließen und überlegt nun, ob er noch die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft anschließt.

Dieses Beispiel zeigt die erfolgreiche Arbeit des Projekts Diakonie JobPartner Refugees. Von September 2016 bis August 2019 unterstützte das Projekt, gefördert von der Deutschen Fernsehlotterie, Geflüchtete bei ihrem Einstieg in Pflege- und Sozialberufe. Neben Beratung und Information lag der Schwerpunkt des Projektes auf der Vermittlung in Praktikum und Ausbildung, um Geflüchtete auf ihrem Weg in ein qualifiziertes Arbeitsverhältnis zu unterstützen. In den drei Jahren Projektlaufzeit wurden mehr als 270 individuelle Beratungsgespräch durchgeführt. Es wurden 65 Interessierte in Praktika vermittelt, von denen 30 anschließend eine Ausbildung begannen. Ab März 2018 wurden zusätzlich regelmäßige interne und externe Informationsveranstaltungen durchgeführt, um dem hohen Beratungsbedarf gerecht werden zu können.

Der Weg in Arbeit und Ausbildung ist für viele Geflüchtete nach wie vor beschwerlich. Neben persönlichen Belastungen und Herausforderungen müssen sie zusätzlich bürokratische Hindernisse überwinden. Arbeits- und aufenthaltsrechtliche Vorgaben, Gesetzgebungen wie das Fachkräfte­einwanderungsgesetz, das im Juni 2019 verabschiedet wurde, oder neue, restriktive Richtlinien zur Bleibeperspektive von Menschen aus bestimmten Ländern behindern die reibungslose Arbeitsmarktintegration vieler. Dies wirkt sich nicht nur demotivierend auf die Geflüchteten aus, sondern strapaziert auch die Geduld von engagierten Arbeitgebern, die sie gerne einstellen würden.

Daher sieht die derzeitige Koordinatorin des Projekts JobPartner Refugees, Inga Schrick, nach wie vor einen großen Bedarf an Unterstützungsangeboten in diesem Bereich und freut sich, dass der Vorstand des Diakonischen Werks Hamburg eine Weiterführung des Projektes plant. Angesichts des drohenden Pflegenotstands soll sich die Vermittlung künftig auf Pflegeberufe konzentrieren.

Für Rückfragen steht Ihnen Inga Schrick, Projektkoordinatoren von Diakonie JobPartner Refugees, unter 040 / 30620 -445 gern zur Verfügung.

 

Veröffentlicht am 29. August 2019