Aktion „Echte (Kinder-)Rechte?“: Junge Menschen fordern: „Sprecht mehr mit uns!“ | Diakonisches Werk Hamburg
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Pressemeldung

Aktion „Echte (Kinder-)Rechte?“: Junge Menschen fordern: „Sprecht mehr mit uns!“

Schulkinder der Wichern-Schule zeigen Landespastor Ahrens ihre Ausstellung und berichten über ihr Leben im Lockdown. Lupe Schülerinnen und Schüler der Wichern-Schule zeigen Landespastor Dirk Ahrens ihre Ausstellung und berichten, was sie in der Pandemie besonders belastet.

Während der Aktionstage „Echte (Kinder-)Rechte“ des Diakonischen Werkes Hamburg vom 16. bis 19. November haben junge Menschen aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und aus Schule Verantwortliche in Politik und Diakonie eingeladen. Sie sprachen mit ihnen über ihre aktuelle Lebenssituation und die Rechte von Kindern und Jugendlichen. Im Fokus standen immer wieder ihr Erleben der Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen ihrer Rechte. „Uns hat schon lange keiner mehr besucht und zugehört“, sagte Levke aus der 6. Klasse. Homeschooling mit langen Bildschirmzeiten und Kopfschmerzen, teilweise unter schwierigen häuslichen Bedingungen, keine Freunde treffen, kein Auspowern beim Sport, gesperrte Spielplätze, Sorge um Eltern und Großeltern – das waren nur einige der Punkte, die die jungen Menschen beschäftigen.

Die Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klasse der Wichern-Schule hatten Landespastor Dirk Ahrens eingeladen und ihm ihre Ausstellung „Ihr seid das Licht der Welt“ erläutert. Dabei kam zum Ausdruck, wie sie mit der Pandemie-Situation umgehen, was sie besonders belastet und worin sie auch Trost finden. „Mir ist deutlich geworden, wie wichtig es ist, dass Kinder ihr soziales Umfeld behalten und in Kontakt bleiben. Einsamkeit und Isolation waren die großen Themen. Deshalb ist es bei der Bewältigung der vierten Welle wichtig, alles zu versuchen, dass die Schulen offen bleiben", fasst Diakonie-Chef Dirk Ahrens seine Eindrücke zusammen.

Der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher war im Jugendclub Mittendrin in Meiendorf zu Gast. Im Gespräch mit ihm haben die Jugendlichen deutlich gemacht, wie wichtig es ihnen ist, dass ihre besondere Lebenslage in der Pandemie berücksichtigt wird. „Wenn so etwas wie heute öfter passieren würde, mit verschiedenen Politikern, dann hätten wir Jugendlichen auch mehr Präsenz in der Politik, und unsere Wünsche würden vielleicht auch besser umgesetzt“, sagte ein Jugendlicher. Der Jugendclub hat heute Abend noch die Vorsitzende des Familien-, Kinder- und Jugendausschuss Sabine Boeddinghaus zu Gast.

Die Kinder aus dem Tilemann-Hort / GBS Hasselbrook hatten Sozialsenatorin Melanie Leonhard eingeladen: Sie haben sie in einer „Kinder-Pressekonferenz“ zu Kinderrechten und Verbesserungen im Schulalltag befragt. Die Senatorin zeigte sich sehr beeindruckt von der großen Motivation der Kinder, sich über einen langen Zeitraum mit ihren Rechten auseinander zu setzen, und sie ermutigte sie: „Mischt euch ein! Versucht überall, wo ihr könnt, ins Gespräch zu kommen!“

Die Bürgerschaftsabgeordnete Sarah Timmann besuchte die evangelische Kita Kreuzkirche Alt-Barmbek und bekam den konkreten Wunsch nach einem Zebrastreifen vor der Kita mit auf den Weg.

„Diese Woche hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen zuzuhören und sich mit ihnen auszutauschen. Unsere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe bieten sehr gute Orte für solche Begegnungen und Gespräche“, fasst Diakonie-Vorständin Gabi Brasch die Woche zusammen. „Wir werden weitere Formate anbieten, um die Partizipation junger Menschen zu unterstützen und sie in direkten Kontakt mit der Politik zu bringen.“

Hintergrund

Anlässlich der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention, die sich am 20. November jährt, hat das Diakonie-Projekt „Kinder- und Jugendrechte gemeinsam bewegen!“ die Aktion „Echte (Kinder-) Rechte?“ organisiert, damit die jungen Menschen ihre Wünsche und Forderungen an Politik und Diakonie herantragen und sich für eine bessere Umsetzung ihrer Rechte einsetzen können.

Das von Aktion Mensch geförderte Diakonie-Projekt macht darauf aufmerksam, dass die Rechte junger Menschen immer noch nicht überall ausreichend bekannt sind und umgesetzt werden. Ziel ist, dass Kinder und Jugendliche bei Entscheidungen, die sie betreffen, auch beteiligt sind.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf unserer Website.

Für Rückfragen steht Ihnen Claudia Zampolin, Referentin Kinder- und Jugendhilfe, unter Tel. 040 30620-304 oder mobil 0151 65916674 (oder Zampolin@diakonie-hamburg.de) zur Verfügung.

Veröffentlicht am 19. November 2021