Zum Inhalt springen
Eine Frau legt ihre Wange an die Stirn eines Kindes. Beide sitzen auf einem Feldbett.

Pressemitteilung zum Tag der Wohnungslosen::Jede zweite wohnungslose Frau lebt länger als zwei Jahre in einer Unterkunft

Zum Tag der Wohnungslosen am 11. September fordert die Diakonie Hamburg, wohnungslose Frauen stärker in den Blick zu nehmen und ihnen besseren Zugang zu eigenem Wohnraum zu verschaffen.
Datum:
10. Sept. 2026

Für viele von ihnen wird nämlich die öffentlich-rechtliche Unterkunft zur Dauerlösung: In Hamburg leben 7.810 Frauen bereits seit über zwei Jahren in einer Wohnunterkunft. Das ist etwa jede zweite der insgesamt 14.865 wohnungslosen Frauen in Hamburger Wohnunterkünften.

„Wohnunterkünfte sind als überbrückende Notlösung gedacht. Sie können eine eigene Wohnung nicht ersetzen“, sagt Stefanie Koch, Wohnungslosenexpertin der Diakonie Hamburg. „Gerade für Frauen mit Gewalterfahrungen können z.B. gemischte Unterkünfte mit gemeinschaftlichen Sanitäranlagen problematisch sein.“ Deshalb braucht es zusätzliche Unterkünfte für Frauen mit Gewalterfahrungen. Außerdem sollten alleinerziehende Frauen bei der Wohnungsvermittlung stärker berücksichtigt werden.

Mehr regulärer Wohnraum verbessert nicht nur die Situation der Betroffenen. Auch die hohen Kosten der öffentlich-rechtlichen Unterbringung würden dadurch reduziert. „Jede zusätzliche Wohnung hilft, weitere kostenintensive Plätze in der öffentlich-rechtlichen Unterbringung einzusparen. Das gibt den Menschen eine Perspektive und rechnet sich auch wirtschaftlich“, sagt Koch.

Ein wichtiger Hebel ist die städtische Wohnungspolitik. Die Diakonie Hamburg sieht insbesondere bei der SAGA einen wichtigen Ansatzpunkt: Die Versorgungsverpflichtung für vordringlich Wohnungssuchende mit einer Dringlichkeitsbestätigung sollte auf 2.000 Wohnungen pro Jahr erhöht werden. Außerdem müsste beim Neubau stärker auf Wohnungen mit WA-Bindung gesetzt werden.

 

Aus Sicht der Diakonie Hamburg sind folgende Schritte notwendig:

  • mehr geschützte und separate Unterkünfte für Frauen mit Gewalterfahrungen
  • eine stärkere Berücksichtigung alleinerziehender Frauen bei der Wohnungsvermittlung
  • schnellere Übergänge aus der öffentlich-rechtlichen Unterbringung in eigenen Wohnraum
  • 2.000 SAGA-Wohnungen jährlich für vordringlich Wohnungssuchende mit Dringlichkeitsbestätigung
  • mehr Neubauwohnungen mit WA-Bindung für diese Haushalte