Rund 250 Gäste aus Politik, Kirche, Diakonie und Gesellschaft kamen zusammen, um über Verantwortung, Teilhabe und das Zusammenspiel von Staat und Zivilgesellschaft zu sprechen.

In ihrem Impuls bezeichnete die Staatsrätin für Soziales und Integration, Funda Gür, den Sozialstaat als einen „Schatz der Demokratie“. Wohlfahrtsverbände spielten dabei eine zentrale Rolle: „Genau hier wirken die Wohlfahrtsverbände als demokratischer Anker“, sagte Gür.
Sie betonte, dass sie dort Vertrauen schafften, wo staatliche Strukturen allein nicht ausreichten, und demokratische Werte im Alltag sichtbar machten – besonders in Quartieren, Nachbarschaften und im direkten Kontakt mit den Menschen. Gerade in Zeiten von Verunsicherung, Polarisierung und wachsendem gesellschaftlichem Druck seien diese Strukturen unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine resiliente Stadtgesellschaft.

Die Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hamburg, Landespastorin Annika Woydack, knüpfte daran an und machte deutlich, was dieser Anspruch ganz konkret bedeutet. „Als Diakonie und freie Wohlfahrt sind wir keine Dienstleisterinnen am Rand des Staates, sondern Teil der demokratischen Infrastruktur unserer Stadt“, sagte Woydack. Diakonie wirke dort, wo Menschen Unterstützung, Orientierung und Beteiligung erfahren – häufig an den Orten, an denen soziale Herausforderungen zuerst sichtbar würden.
Zugleich verwies Woydack auf die besondere Verantwortung, die Diakonie und Kirche in Hamburg übernehmen. Vielerorts engagierten sie sich mit eigenen Mitteln, Ehrenamt und Spenden und gingen bewusst in Vorleistung – als Ausdruck gelebter Verantwortung für die Stadtgesellschaft. Diese Vorleistungen seien kein Selbstzweck, sondern ein Beitrag dazu, Teilhabe zu ermöglichen und Demokratie im Alltag erfahrbar zu machen.

Ein besonderer Moment des Abends war die Würdigung von Vorstand Stefan Rehm, der kurz vor seinem Eintritt in den Ruhestand für mehr als 30 Jahre Engagement für die Diakonie mit dem Goldenen Kronenkreuz ausgezeichnet wurde. Die Ehrung würdigt seinen langjährigen Einsatz und sein prägendes Wirken für die Diakonie in Hamburg.
Der Abend der Begegnung bot neben den Redebeiträgen Raum für Austausch und Vernetzung. Er machte deutlich, wie wichtig Orte des Dialogs sind, an denen Politik, Kirche, Diakonie und Zivilgesellschaft gemeinsam Verantwortung für das Zusammenleben in der Stadt übernehmen.
