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Vor einem Schlafsack auf dem Boden stehen ein Pappbecher und ein Pappschild, auf dem um Spenden gebeten wird.

Aktuelles::Mehr Hitzeschutz für obdachlose Menschen!

Wegen des bevorstehenden Sommerwetters mit Temperaturen von über 30 Grad in den nächsten Tagen weist die Diakonie auf die zunehmende Bedeutung von Hitzeschutzmaßnahmen hin.
Datum:
17. Juni 2026

Wohnungslosenexpertin Stefanie Koch erinnert daran, dass der Zugang zu Trinkwasser und Hitzeschutzräumen für obdachlose Menschen verbessert werden muss. „Obdachlose Menschen sind den Witterungsbedingungen schutzlos ausgeliefert und tragen aufgrund von Vorerkrankungen ein hohes Risiko, zum medizinischen Notfall zu werden”, sagt Koch von der Diakonie.

Laut dem Klimareport Hamburg hat sich die Zahl der heißen Tage in den letzten drei Jahrzehnten bereits mehr als verdoppelt. Experten warnen, dass sich die klimatischen Bedingungen ohne gezielte Anpassungsmaßnahmen weiter verschärfen werden. Dadurch verschlechtert sich die Lebenssituation vulnerabler Gruppen – dazu zählen auch obdachlose Menschen – drastisch. Hamburg verfügt mit dem Winternotprogramm über ein System zum Schutz vor Kälte. Aufgrund der klimatischen Entwicklung wäre eine Erweiterung der Angebote für die Sommermonate der nächste notwendige Schritt.

Denn in der Stadt ist die Belastung besonders hoch, da versiegelte Flächen nachts kaum abkühlen. Petra Carstensen, Krankenschwester und Wundexpertin ICW, die sich ehrenamtlich in der ärztlichen Sprechstunde im Diakonie-Zentrum für Wohnungslose engagiert, erklärt die medizinische Dringlichkeit: „Symptome wie Schwindel, Verwirrtheit oder Muskelkrämpfe erfordern sofortige Hilfe, um lebensgefährliche Folgen zu verhindern. Hitze verschlimmert zudem chronische Leiden und beeinträchtigt die Wundheilung. Da viele Betroffene keinen Versicherungsschutz haben, sind niedrigschwellige medizinische Angebote für sie überlebenswichtig.“

Die Einrichtungen der Obdachlosenhilfe der Diakonie Hamburg stellen täglich Trinkwasser für obdachlose Menschen bereit. Der Mitternachtsbus verteilt nun auch zusätzlich Wasser in verschließbaren Tetra Paks. Im Diakonie-Zentrum für Wohnungslose in Eimsbüttel erhalten Gäste ebenfalls Trinkwasser und können duschen.

Alle Hamburger*innen können mithelfen:

  • Fragen Sie Menschen, die möglicherweise obdachlos sind, ob sie Hilfe benötigen, und kaufen Sie ihnen bei Bedarf eine Flasche Wasser.
  • Bei Symptomen eines Hitzeschlags (rotes Gesicht, Zittern, kalter Schweiß) rufen Sie den Rettungsdienst.
  • Fächern Sie der Person Luft zu, bis der Rettungswagen eintrifft.

 

Die Diakonie fordert:

 

 

Mensch steht unter einem Segel hinter dem die Sonne zu sehen ist.

Schaffung von Schutz- und Kühlräumen:

Öffnung klimatisierter Räume (z. B. Bezirksämter, Bibliotheken, Museen), Aufbau von Schattenspendern auf Plätzen und in Parks (z. B. große Segel, Zelte).

Ein Mensch trinkt aus einem Brunnen Ein Mensch trinkt aus einem Brunnen

Verbesserung der öffentlichen Wasserversorgung:

Ausbau öffentlicher Brunnen, mobile Wasserstationen, Trinkwassertanks, Wasserwägen sowie kostenlose Wasserflaschen in öffentlichen Gebäuden.

Eine Tube mit einem Sonnensymbol in dem die Zahl 50 zu lesen ist.

Maßnahmen zum physischen Schutz:

Ausgabe von Sonnencreme, Sonnenhüten, leichter Kleidung, Ausbau von Erste-Hilfe-Angeboten, Verteilung leichter Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel gegen Dehydration sowie die Einrichtung mobiler medizinischer Teams, die frühzeitig Hitzeschäden erkennen.

Auch Sie können helfen. Mit einer Spende.