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Drei Piktogramme: ein Mensch steht unter einen Sonnensegel, eine Cremetube, ein Mensch trinkt aus einem Brunnen

Aktuelles:Hitzeschutz für obdachlose Menschen verbessern!

Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags am 11. Juni weist die Diakonie auf die wachsende Gesundheitsgefahr durch Hitze für Menschen ohne festen Wohnsitz hin.
Datum:
8. Juni 2026

In verdichteten Ballungsräumen ist die Belastung besonders hoch, da versiegelte Flächen nachts kaum abkühlen. Extremwetterlagen bedeuten für obdachlose Menschen eine besondere Belastung. Der Schutz dieser Gruppe vor Hitze wird zur wachsenden Herausforderung. „Obdachlose Menschen sind Witterungsbedingungen schutzlos ausgeliefert und tragen aufgrund von Vorerkrankungen ein hohes Risiko, zum medizinischen Notfall zu werden”, sagt Stefanie Koch, Wohnungslosenexpertin der Diakonie in Hamburg. „Im Sommer brauchen sie einen guten Zugang zu Trinkwasser und Hitzeschutzräumen.“ Hamburg verfügt mit dem Winternotprogramm zwar über ein System zum Schutz vor Kälte. Aufgrund der klimatischen Entwicklung sei eine Erweiterung der Angebote für die Sommermonate der nächste notwendige Schritt.

Petra Carstensen, Krankenschwester und Wundexpertin ICW, die sich ehrenamtlich in der ärztlichen Sprechstunde im Diakonie-Zentrum für Wohnungslose engagiert, erklärt die medizinische Dringlichkeit: „Symptome wie Schwindel, Verwirrtheit oder Muskelkrämpfe erfordern sofortige Hilfe, um lebensgefährliche Folgen zu verhindern. Hitze verschlimmert zudem chronische Leiden und beeinträchtigt die Wundheilung. Da viele Betroffene keinen Versicherungsschutz haben, sind niedrigschwellige medizinische Angebote für sie überlebenswichtig.“

Die Diakonie Hamburg fordert daher:

  • Verbesserung der öffentlichen Wasserversorgung: Ausbau öffentlicher Brunnen, mobile Wasserstationen, Trinkwassertanks, Wasserwägen sowie kostenlose Wasserflaschen in öffentlichen Gebäuden.
  • Schaffung von Schutz- und Kühlräumen: Öffnung klimatisierter Räume (z. B. Bezirksämter, Bibliotheken, Museen), Aufbau von Schattenspendern auf Plätzen und in Parks (z. B. große Segel, Zelte).
  • Maßnahmen zum physischen Schutz: Ausgabe von Sonnencreme, Sonnenhüten und leichter Kleidung, Ausbau von Erste-Hilfe-Angeboten, Verteilung leichter Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel gegen Dehydration sowie Einrichtung mobiler medizinischer Teams zur frühzeitigen Erkennung von Hitzeschäden.