Der Bundesfreiwilligendienst wurde am 1. Juli 2011 eingeführt, nachdem mit der Aussetzung der Wehrpflicht auch der Zivildienst endete. Seitdem hat sich der BFD neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) als wichtiges Format des freiwilligen Engagements etabliert. Menschen aller Altersgruppen erhalten die Möglichkeit, sich gesellschaftlich einzubringen, neue Erfahrungen zu sammeln und berufliche Perspektiven zu entwickeln.
Rund 1.000 Menschen leisten jährlich einen BFD in Hamburg. Auch bei der Diakonie ist der BFD fest etabliert: Etwa 40 Prozent der insgesamt 450 Freiwilligendienstplätze entfallen auf den BFD, der in mehr als 300 Einsatzstellen angeboten wird. Bildungsseminare und eine kontinuierliche pädagogische Begleitung unterstützen die Freiwilligen während ihres Dienstes.
Zum Erfolg des BFD tragen die Einsatzstellen entscheidend bei. Viele Einrichtungen haben den Dienst seit seiner Einführung aktiv mitgestaltet und damit seine Entwicklung in Hamburg nachhaltig geprägt.
In den Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Hamburg engagieren sich Freiwillige in unterschiedlichsten sozialen Arbeitsfeldern – darunter auch in der Seemannsmission. Dort leistet aktuell der BFDler Marc seinen Dienst. Er unterstützt die Arbeit für Seeleute aus aller Welt und steht beispielhaft für das, was den Bundesfreiwilligendienst ausmacht: praktische Hilfe, persönliche Entwicklung und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Fiete Sturm, Diakon der Seemannsmission, sagt: „Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst leisten bei uns einen wichtigen Beitrag. Sie bringen Zeit, Offenheit und Engagement mit, gerade im Kontakt mit Seeleuten aus unterschiedlichsten Kulturen. Gleichzeitig ist der Dienst für viele eine prägende Erfahrung, die ihren Blick auf die Welt erweitert.“
Auch Marc beschreibt seinen Freiwilligendienst als wertvolle Erfahrung: „In der Seemannsmission begegne ich Menschen aus vielen Ländern und Lebenssituationen. Ich kann konkret helfen und lerne jeden Tag dazu. Genau das macht den Bundesfreiwilligendienst für mich so besonders.“
Alexandra Hachmeister, Leitung Freiwilligendienste und Personalgewinnung der Diakonie Hamburg, erklärt: „Seit 15 Jahren steht der Bundesfreiwilligendienst neben den Jugendfreiwilligendiensten für gesellschaftliches Engagement, Verantwortung und Zusammenhalt. Freiwillige leisten einen wertvollen Beitrag in unseren sozialen Einrichtungen und sammeln dabei zugleich prägende Erfahrungen, die ihnen Orientierung für ihren weiteren Lebensweg geben.“
Das Jubiläum fällt zusammen mit der aktuellen politischen Diskussion um eine mögliche Neuordnung von Wehrdienst und Freiwilligendiensten. Dabei ist aus Sicht der Diakonie Hamburg wichtig:
- die Erfahrungen aus 15 Jahren BFD in aktuelle Planungen einzubeziehen,
- die Zivilgesellschaft aktiv zu beteiligen,
- die Vielfalt der Einsatzfelder zu sichern,
- die pädagogische Begleitung verlässlich zu finanzieren
- und den Zugang zu Freiwilligendiensten sichtbar und niedrigschwellig zu gestalten.
Dabei gilt: Freiwilligendienste müssen freiwillig, gut begleitet und verlässlich finanziert bleiben. Ihr Wert zeigt sich täglich – bei den Menschen in den sozialen Einrichtungen und in den Erfahrungen der Freiwilligen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und stärken unsere Demokratie.
Für Rückfragen steht Ihnen Alexandra Hachmeister, Leitung Freiwilligendienste und Personalgewinnung, unter Tel. 30620-224 oder unter hachmeister@diakonie-hamburg.de zur Verfügung.
Hintergrund:
Die Diakonie Hamburg ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen in der Hansestadt. In rund 1.500 Einrichtungen engagiert sie sich für Menschen in Not und für gesellschaftliche Teilhabe.
