Hamburg – Die Bundesregierung wird das Bürgergeld ab dem 01. Juli 2026 durch die neue Grundsicherung ersetzen. Die Reform enthält Verschärfungen mit gravierenden Folgen für Menschen in ohnehin prekären Lebenslagen. Die Diakonie Hamburg informiert jetzt auf einer neuen Informationswebseite, die Betroffenen, Beratungsstellen und Medien Orientierung, Einordnung und Unterstützung bietet.
Verschärfungen bergen Risiken
Mit dem Inkrafttreten der neuen Grundsicherung ab Juli werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Schutz des Existenzminimums neu definiert. Vorgesehen sind unter anderem:
- Sanktionen, die ganze Bedarfsgemeinschaften betreffen: Es steht weniger Geld für Lebensmittel, Energie, Kleidung oder Gesundheitskosten bereit.
- Vollsanktionen bis zu 100 Prozent bei Nichterreichbarkeit, die sogar die Beiträge zur Krankenversicherung und die Wohnkosten inkludieren können.
- Verschärfte Arbeitsverpflichtungen für Eltern.
- Strengere Regelungen zu Wohnkosten: Diese werden ab dem ersten Tag nur noch übernommen, wenn sie maximal das 1,5-Fache der örtlichen Mietobergrenze betragen.
Die Reform trifft Menschen in Hamburg besonders hart, denn hier sind Mieten hoch, Wohnraum nur schwer verfügbar und die Armutsquote mit 19,5 Prozent überdurchschnittlich.
„Wer Menschen, die täglich jeden Cent umdrehen müssen, mit Kürzungen, Druck und unflexiblen Vorgaben belastet, löst keine Probleme, sondern schafft neue. Besonders in einer Stadt wie Hamburg, in der der Wohnungsmarkt extrem angespannt ist, drohen Verdrängung, Verschuldung und verdeckte Wohnungslosigkeit“, sagt Paul Grabbe, Armutsexperte der Diakonie Hamburg. „Wir brauchen ein soziales Sicherungssystem, das Stabilität gibt und Menschen stärkt und keins, das Angst erzeugt und Lebenslagen weiter destabilisiert.“
Neue Webseite: Informationen, Einordnung, Unterstützung
Um Betroffene und Fachöffentlichkeit zu informieren, stellt die Diakonie Hamburg ab sofort eine neue Themenseite zur neuen Grundsicherung bereit. Die Webseite bietet:
- verständliche Informationen zur geplanten Reform,
- Einordnungen aus Hamburger Perspektive,
- Antworten auf häufige Fragen sowie
- Hinweise auf regionale Beratungs- und Unterstützungsangebote.
