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Eine blau-weiß-schwarze Plastikkarte in einer menschlichen Hand. im Hintergrund ist eine Hamburger S-Bahn zu sehen.

Aktuelles:„Soziale Treffsicherheit des neuen HVV-Seniorentickets fehlt.“

Ab morgen können alle Hamburger Senior*innen ab 67 Jahren ein vergünstigtes Deutschlandticket erwerben Paul Grabbe, Armutsexperte von der Diakonie Hamburg, hält eine stärkere soziale Ausrichtung von Mobilitätsvergünstigungen für sinnvoll.
Datum:
30. Apr. 2026
Ein Mann mit kurzen braunen Haaren lächelt in die Kamera und steht vor einem Fenster.

Zwar begrüßt er eine Entlastung für einkommensschwache ältere Menschen - doch greife die pauschale Verknüpfung an eine Altersgrenze aus sozialpolitischer Sicht zu kurz.

Paul Grabbe, Armutsexperte Diakonie Hamburg:

„Dass Senior*innen unterhalb der Armutsgrenze und ohne Sozialleistungsbezug nun ein vergünstigtes Ticket erhalten, ist ein richtiger Schritt. Dennoch fehlt dem Hamburger Seniorenticket die soziale Treffsicherheit, weil auch Menschen, die nicht arm sind, von den steuerfinanzierten Rabatten profitieren. Ein Sozialticket sollte sich konsequent am Einkommen statt am Alter orientieren.“

Während nun auch wohlhabende Senior*innen der Preissenkung auf 49 Euro profitieren, bleiben viele Hamburger*innen, die an oder unter der Armutsgrenze leben, bei der Entlastung unberücksichtigt.

„Mobilität muss für alle Hamburger*innen unterhalb der Armutsgrenze bezahlbar sein. Notwendig ist ein Sozialrabatt für alle Menschen in Armutslagen – für Erwerbsarme, Einkommensarme und Senior*innen gleichermaßen. Das wäre sozial gerechter und politisch konsequenter als jede pauschale Altersgrenze.“

Ziel müsse eine Mobilitätsgarantie sein, die sich an der tatsächlichen finanziellen Bedürftigkeit misst, um echte Teilhabe für alle Hamburger*innen zu ermöglichen.