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Evangelische Profilberatung
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Triage – Entwurf einer Positionsbestimmung

Triage

Triage ist ein medizinisches Notfallinstrument und bietet in Krisensituationen die Möglichkeit, für geregelte Abläufe zu sorgen und möglichst vielen Menschen zu helfen.

Wenn in solchen Situationen nicht mehr alle kritisch erkrankten Menschen gleichzeitig intensivmedizinisch behandelt werden können, muss über die Verteilung begrenzter technischer und personeller Ressourcen so gerecht wie irgend möglich entschieden werden.

Hierfür braucht es transparente, begründbare, medizinisch und ethisch sinnvolle Kriterien.

In die Entscheidungsfindung muss dann u.U. das Kriterium der klinischen Erfolgsaussicht mit einfließen. Diese im Krisenfall notwendige Priorisierung stellt eine große emotionale und ethische Belastung, eine Dilemmasituation für alle beteiligten Behandler*innen dar.

Die Position der Diakonie zur Triage in Kürze

 

  1. Diakonie stärkt Entscheider*innen den Rücken, um auch in Triage-Situationen das Bestmögliche erreichen zu können in Hinblick auf gerechte Entscheidungen.
    Diakonie bietet ihrem Fachpersonal den nötigen Freiraum und Gestaltungsrahmen, diese Verantwortung wahrnehmen zu können. Diakonie sorgt mit ihrer christlichen Grundhaltung dafür, dass Verantwortliche sich dabei auf das in der Entscheidungslage zentral Wichtige konzentrieren können.

  2. Ressourcen werden im Krisenfall so eingesetzt, dass möglichst viele Menschen davon profitieren und gerettet werden können.

  3. Entscheidungen für eine medizinische Therapie werden immer zuerst nach den individuellen Patient*innen-Bedarfen getroffen. Medizinische Indikation und Patientenwille stehen im Vordergrund.
    Nur im Krisenfall kann eine überindividuelle Dimension hinzukommen: Die Überlebenswahrscheinlichkeit mehrerer Personen wird abgewogen und in die Entscheidungsfindung zur individuellen Therapie mit einbezogen. Somit wird eine Triage durchgeführt.
    Entgegen menschlicher Hybris bleibt immer klar: Niemand der Behandler*innen ist Richter*in über Leben und Tod oder entscheidet gar über den Wert eines Menschen.

  4. Triage-Entscheidungen müssen nach menschlicher Möglichkeit in jede Richtung diskriminierungsfrei gefällt werden.

  5. Entscheidungen in Triage-Situationen können ethisch verantwortbar nur nach dem Mehr-Augen-Prinzip gewonnen werden, also mehrperspektivisch und multiprofessionell unter den beteiligten Fachpersonen. Sie werden transparent und nachvollziehbar begründet.

  6. Die Diakonie bietet den an Triage-Situationen professionell Beteiligten Räume geistlicher Unterstützung und der Stärkung ihrer Resilienz sowie Räume zur Reflexion juristischer, ethischer und religiöser Aspekte ihres Mitwirkens an der Entscheidung.

  7. Die Diakonie identifiziert und benennt Triage-Entscheidungslagen nicht nur im individuellen/medizinischen Kontext, sondern auch gesamtgesellschaftlich, politisch und global.

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