Diakonie Hamburg

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Ältere Menschen in Zeiten von Corona - Selbstbestimmung und Schutz

Lupe Gemeinsames Erleben, der Einsamkeit und Isolation entgegenwirken - dafür bietet die Diakonie Hamburg älteren Menschen viele Angebote auch in Corona-Zeiten (Foto: ©Rawpixel.com - stock.adobe.com)

Der „Internationale Tag der älteren Menschen" am 1. Oktober ist vielfach ein Anlass, die besondere Lebenssituation der älteren Generation in den Blick zu nehmen. Wir nutzen die Gelegenheit regelmäßig, um mit Aktionen und Informationen über ein gutes Leben im Alter mit Hilfe der Diakonie zu berichten. Immer wieder haben wir uns auch zum Thema Einsamkeit im Alter positioniert. In diesem Jahr möchten wir auf die Situation älterer Menschen während der Corona-Pandemie hinweisen und auch diakonische Angebote nennen, die Ältere auch weiterhin nutzen können.

Kaum eine Personengruppe war zu Beginn der Corona-Pandemie so im Fokus des Infektionsschutzes wie die Gruppe der Menschen ab 60 Jahren, darunter vor allem die hochaltrigen und pflegebedürftigen Menschen in Pflegeeinrichtungen. Infektionseindämmende Maßnahmen wie Besuchsverbote in stationären Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern und die Schließung der Seniorentreffs waren und sind teilweise notwendig. Gleichzeitig sind sie hart für die Betroffenen und deren Familien.

Früh wurde von Altersforschern und Interessensverbänden auf die negativen Folgen von kontaktbeschränkenden Maßnahmen und dem Mangel an Begegnung und Körperkontakt hingewiesen: Die Abnahme der subjektiv empfundenen Lebensqualität, dagegen die Zunahme des Gefühls der Einsamkeit mit Depressivität bis hin zum Verlust des Lebenswillens. Eine weitere Folge ist die Abnahme der Mobilität bei älteren Menschen und das Zutrauen in die eigenen körperlichen Fähigkeiten, wenn beispielsweise der Gang zum Seniorentreff auch nach der Wiedereröffnung nicht mehr gewagt wird.

In der ersten Infektionswelle war der Blick auf die Altersgruppe der über 60-jährigen pauschal geprägt von Mehrfacherkrankung, Pflegebedürftigkeit, Abhängigkeit – und wenig Selbstbestimmung. Die Bezeichnung als Risikogruppe wurde von den jungen und fitten Älteren als stigmatisierend empfunden. Die Bedienung eines defizitorientierten, undifferenzierten Altersbildes hat zu Bevormundung und Einschränkungen der Autonomie geführt, wogegen sich die deutlich größere Gruppe der selbstständig lebenden und entscheidenden Älteren wehrt.

Die Forderung der Fachstelle Ältere der Nordkirche lautet: "Wir müssen trotz der Pandemie wieder zu einem ausgewogenen Altersbild zurückkehren, das sowohl die Potentiale als auch die Verletzlichkeit wahrnimmt!" Gerade mit Blick auf die aktuell zunehmenden Infektionszahlen und den kommenden Winter sollte diese Forderung beherzigt werden.

Derzeit sind Begegnung und Aktivität gemeinsam mit anderen Menschen in der Arbeit mit Älteren vielfach wieder möglich, wenn auch nicht so nah wie vor der Pandemie. Die Diakonie Hamburg ist Trägerin verschiedener Einrichtungen, die mit Ihren Angeboten helfen können, das Auftreten von Einsamkeit und Isolation bei älteren Menschen zu vermindern.

Hier eine Auswahl der diakonischen Angebote für Ältere:

Unsere Evangelischen Seniorentreffs haben seit dem Sommer wieder geöffnet, die Angebote wurden mit viel Engagement und Kreativität an die neuen Bedingungen angepasst. Zu denjenigen, die nicht in die Treffs kommen können oder wollen, wird individuell Kontakt gehalten.

Besuchs- und Begleitdienste für ältere Menschen wie SeniorPartner Diakonie konnten ihre wichtige Arbeit wieder aufnehmen.

Außerdem wurde ein neues Angebot wie das Klöntelefon geschaffen, bei dem freiwillig Engagierte mit älteren Menschen über das Telefon zusammenkommen können.

 

Published on 1. Oktober 2020