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Pressemeldung

100 Jahre Frauenbewegung in Hamburg und St. Petersburg

Lupe Auf dem Podium der Frauenkonferenz: Leda Garina, Leiterin des Frauenprojekts "Eve's Ribs", Hanna Klimpe, Professorin für Kommunikation und Social Media (HAW), Olag Shtannikova, Leiterin der Ombudsstelle für Frauenfragen in St. Petersburg, Svetlana Bodrunova, Professorin an der gastgebenden Hochschule für Journalismus und Massenmedien, Anastasia Maskaeva, Psychologin in einem Krisenzentrum für Frauen, Elisabeth Chowaniec, Landeskirchliche Beauftragte für die Stadt Hamburg, Barbara Voigt, Journalistin im Themenbereich Frauen und Beruf (v. l. - Foto: Diakonie Hamburg)

Die Städtepartnerschaft bietet einen wichtigen Rahmen für die Frauenkonferenz in St. Petersburg.

Hamburg, 8. März 2019. - Auch rund 100 Jahre nach dem Kampf der Frauen für Gleichberechtigung und Wahlrecht sind Frauen in vielen Ländern noch nicht am Ziel. „Wir müssen wachsam sein“, mahnte Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, auf der zweitägigen Konferenz „100 Jahre Frauenbewegung in Hamburg und St. Petersburg“ in der russischen Schwesternstadt am 5. und 6. März im Vorfeld des Welt-Frauentags. Unter der Leitung des St. Petersburger Frauenclubs und des Diakonischen Werks Hamburg diskutierten Frauen über Frauenrechte, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Karrierechancen.

Die Delegation der Hamburger Frauen machte deutlich, dass die Politik durch Rahmenbedingungen und Gesetze Frauen fördern kann. Aber die Durchsetzung im Alltag erfordert immer wieder den Einsatz jeder einzelnen. In der russischen Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren eine konservative, paternalistische Haltung verstärkt, die Frauen auf ihre traditionelle Rolle festlegen will. „Es gibt wenig Politiker, die sich für die Rechte der Frauen einsetzen, und auch nur wenige engagierte Frauen“, resümierte Nadeyhda Tikhonova, Parlamentsabgeordnet von St. Petersburg.

In den Workshops am zweiten Konferenztag haben die Frauen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in ihren Biographien und Lebensumständen thematisiert. „Angesichts unserer außerordentlich unterschiedlichen Geschichte ist es sehr erstaunlich, wie ähnlich viele Probleme der St. Petersburger und der Hamburger Frauen sind“, sagt Oberkirchenrätin Elisabeth Chowaniec, Landeskirchliche Beauftragte für die Stadt Hamburg. „Diese Frauenkonferenz in unserer Schwesterstadt St. Petersburg hat mir sehr deutlich gemacht, wie wichtig dieser Austausch angesichts der aktuellen Situation ist, nicht nur zum Thema Gleichberechtigung von Frauen und Männern, sondern auch für das gemeinsame Verstehen und Handeln. Ich bin beeindruckt vom Engagement der Frauen auf dieser Konferenz und überzeugt, dass die Städtepartnerschaft dafür einen wichtigen Rahmen bietet. Diesen Dialog, den das Diakonische Werk Hamburg in den letzten fünf Jahren initiiert und mit Unterstützung der Landeskirche gestaltet hat, lohnt sich sehr, gerade in diesen schwierigen Zeiten“, fasst Chowaniec ihre Eindrücke zusammen.

Veröffentlicht am 8. März 2019