Diakonie Hamburg
AMIF Projekt: Verschieden. Verstehen - Interkulturelle Öffnung mit kultursensibler Kommunikation
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AMIF Auftaktveranstaltung

Lupe

Welche Rolle spielen die Medien in der Diskussion um Migration? Dieser Frage wurde u.a. auf der Auftaktveranstaltung des AMIF Projekts „Verschieden. Verstehen – Interkulturelle Öffnung mit kultursensibler Kommunikation“ am 27.11.2018 in den Räumen der Patriotischen Gesellschaft nachgegangen. Auf Twitter wurde unter #VerschiedenVerstehen auch fleißig mitdiskutiert.

Aus dem AMIF (Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds) wird bereits das zweite EU-Projekt in Kooperation mit den Diakonischen Werken aus Baden, Hamburg und Schleswig-Holstein kofinanziert. In diesem zweijährigen Förderzeitraum wird sich nun also mit kultursensibler Kommunikation als einem Bereich von Interkultureller Öffnung beschäftigt.

Die Organisator*innen haben sich für die Auftaktveranstaltung zur Aufgabe gemacht, Kommunikation aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. So äußerte sich Kaveh Kooroshy, Schatzmeister der Neuen Deutschen Medienmacher*innen und Mitarbeiter beim NDR, zur Rolle von Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft und in den deutschen Redaktionen. Herr Kooroshy ging auf die Macht ein, die von Sprache ausgeht und wie Debatten in Deutschland geführt werden und von wem. Für ihn ist von entscheidender Bedeutung, dass Menschen mit Migrationshintergrund unter den Medienschaffenden in Deutschland unterrepräsentiert sind und so nur einen eingeschränkten Einfluss auf Debatten über sie selbst haben haben. Lesen Sie die Rede gerne im Wortlaut nach.

Eine weitere Perspektive eröffnete Shamsia Azarmehr den Gästen. Frau Azarmehr ist u.a. Vorsitzende des Forums für Migration im Kreis Segeberg, hat Recht und Politik in Afghanistan studiert und lebt seit 2015 in Deutschland mit einer Anerkennung nach der Genfer Flüchtlingskonvention. In Ihrem Vortrag ging es um den Prozess der gesellschaftlichen Willensbildung am Beispiel von sogenannten Jergas in Afghanistan. Hierüber sollte dem Publikum auch dargestellt werden, wie Menschen aus anderen Kulturkreisen erreicht werden können. Dies veranschaulichte Frau Azarmehr im Anschluss auch an einigen Beispielen der Öffentlichkeitsarbeit.

Nach der Mittagspause folgte ein Vortrag von Johannes Hillje, Politik- und Kommunikationsberater, Policy Fellow bei der Berliner Denkfabrik „Das progressive Zentrum“ sowie ehemaligem Wahlkampfmanager der Europäischen Grünen. Herr Hillje referierte zum Thema Framing und dessen Auswirkung auf die Willensbildung bis hin zur Gestaltung von politischen Prozessen. Seine Ausführungen zur Analyse von Frames und der Hinweis eigene Frames zu entwickeln, um Themen zu setzen, waren dabei sehr hilfreich. Der Vortrag wird in diesem Interview noch einmal gut wiedergegeben.

Die aufgeworfenen Fragen und Impulse sollen nun im AMIF Projekt weiterbearbeitet werden. Hierzu stehen u.a. Fortbildungen und Organisationsberatungen als Instrumente zur Verfügung. Wer also weiterdenken und -arbeiten oder eine Beratung zum Thema kultursensible Kommunikation haben möchte, meldet sich bei den jeweiligen Projektmitarbeitenden in den drei Bundesländern:

Michelle Bogdanov und Bernhard Beier-Spiegler in Baden

Manuel Rakers in Hamburg

Andrea Bastian in Schleswig-Holstein