Diakonie Hamburg

Veranstaltung

9. Norderstedter Gesundheitsgespräch am 14. November: Worüber man sprechen muss - Prostata- und Harnblasenkrebs, männliche und weibliche Inkontinenz

Bereits zum neunten Mal laden der Seniorenbeirat Norderstedt und das Albertinen-Krankenhaus in Hamburg-Schnelsen zum „Norderstedter Gesundheitsgespräch“ ein. Die beliebte Veranstaltungsreihe greift bewusst Gesundheitsthemen auf, die insbesondere ältere Menschen angehen und wird dieses Mal mit Prostata- und Harnblasenkrebs sowie der weiblichen wie männlichen Inkontinenz gleich mehrere Erkrankungen aus dem Bereich der Urologie sowie Gynäkologie unter die Lupe nehmen. Hierzu hat sich auch Stadtpräsidentin Kathrin Oehme angesagt, die ein Grußwort auf der Tagung im Rathaus Norderstedt sprechen wird.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. 80  Prozent aller Männer, bei denen Prostatakrebs diagnostiziert werden, sind älter als 60 Jahre. Wie auch bei anderen Tumoren treten Beschwerden beim Prostatakrebs zumeist erst im fortgeschrittenen Verlauf auf; dazu gehören Schmerzen beim Wasserlassen, Blut im Urin, Erektionsprobleme, Schmerzen im unteren Rücken oder plötzlicher Gewichtsverlust. Umgekehrt erhöht das rechtzeitige Erkennen des Prostatakrebses die Heilungschancen deutlich. Das Wahrnehmen der Vorsorgeuntersuchung ist deshalb wichtig. Dr. Henrik Zecha, Chefarzt der Klinik für Urologie und Uroonkologie im Albertinen-Krankenhaus: „Nicht in jedem Fall muss ein diagnostizierter Prostatatumor sofort behandelt werden, manchmal reicht vorerst auch die genaue Beobachtung. Ist eine Operation angezeigt, so steht hierfür im Albertinen-Krankenhaus das roboterassistierte OP-System „da Vinci“ zur Verfügung. Zecha weiter: „Die hochpräzise "daVinci"-Operationstechnik spielt bei dieser Operation ihre Stärken voll aus, denn gerade bei der Entfernung der Prostata kommt es entscheidend darauf an, die Nervenfunktion zur Steuerung der Potenz sowie der Harnkontinenz zu erhalten, sofern die Beschaffenheit des Tumors dieses erlaubt.“ Zecha ist Experte für die Behandlung urologischer Tumoren und zudem über das Bundesgebiet hinaus nachgefragt als Ausbilder an dem „daVinci“-Operationssystem.

Auch Harnblasenkrebs verursacht lange Zeit keine Symptome, Blut im Urin ist allerdings auch hier ein Warnzeichen, das unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollte. Raucher und einzelne Berufsgruppen, die beruflich mit heute verbotenen chemischen Substanzen in Berührung kamen, sind besonders gefährdet an Blasenkrebs zu erkranken. „Ist ein Tumor der Harnblase bereits in die Muskelschicht eingewachsen, also ‚muskelinvasiv‘, so bleibt in den meisten Fällen nur die operative Entfernung der Harnblase als Therapie, um die Chance einer Heilung zu bewahren“, erklärt Dr. Zecha. Die Vorteile des roboterassistierten "daVinci"-Systems zeigen sich auch bei der operativen Entfernung der Harnblase: „Durch die hervorragende Sicht auf das Operationsfeld sowie die präzisen Schnitte dank der Roboterunterstützung minimiert sich die Gefahr, bei dem Eingriff wichtige Nervenstränge zu verletzen, die für die Erektionsfähigkeit des Mannes oder aber den Kontinenzerhalt unverzichtbar sind. Hinzu kommt noch, dass auch kleinste Tumorstrukturen erkannt und beseitigt werden können, was die Gefahr einer Rückkehr des Tumors, eines sog. Rezidivs, reduziert“, betont Dr. Zecha.

Zwei weitere Vorträge werden sich mit dem Thema der männlichen und weiblichen Harninkontinenz beschäftigen. Dr. Matthias Jaekel, Oberarzt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Albertinen-Krankenhaus, erklärt, dass mehr als ein Drittel aller Frauen unabhängig von ihrem Alter unter einem unfreiwilligen Urinverlust, einem häufigen Harndrang oder einer Senkung der Beckenorgane litten. „In vielen Fällen kann diesen Frauen geholfen werden, sei es durch Beckenbodentraining, die Benutzung von Hilfsmitteln, einer medikamentösen Therapie oder als letztem Mittel auch durch eine Operation, bei der die ursprüngliche Lage der Beckenbodenorgane wieder hergestellt werden kann“, so der Experte. Ist eine Operation erforderlich, so setzt Dr. Jaekel auch schonende laparoskopische OP-Techniken („Schlüsselloch-OP“) ein. Besonders schwierige Fälle können sehr gut mit Hilfe dieser Technik und auch des „DaVinci“-OP-Systems durchgeführt werden. Auch das ungewollte Wasserlassen bei Männern ist in vielen Fällen auf das Absenken der Beckenbodenorgane, in diesem Fall insbesondere der Harnblase sowie des Darms, zurückzuführen, erklärt der Vortragende Dr. Malte Krönig, Oberarzt in der Klinik für Urologie und Uroonkologie des Albertinen-Krankenhauses. „Diese Beschwerden aufgrund eines Schamgefühls zu verschweigen und still zu erdulden, ist aber der falsche Weg, so der Spezialist. „Aktiv angehen statt passiv leiden ist hier die Devise, denn wie auch bei der weiblichen Inkontinenz kann heutzutage viel getan werden, um das Problem in den Griff zu bekommen!“  

Frau Angelika Kahlert, Vorsitzende des Seniorenbeirates freut sich über die Kooperation mit dem Albertinen-Krankenhaus. „Die Norderstedter Seniorinnen und Senioren profitieren von dieser Veranstaltungsreihe und nehmen unser Angebot zahlreich an. Hierzu trägt auch bei, dass alle Referenten nach der Veranstaltung bei einem kleinen Imbiss für Nachfragen zur Verfügung stehen.“

Die Veranstaltung findet statt am 14. November, im Plenarsaal des Norderstedter Rathauses, Rathausallee 50 in 22846 Norderstedt. Beginn ist 18 Uhr, das Ende der Veranstaltung ist 21 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Startdatum: Mittwoch, 14. November 2018, 18:00 Uhr
Veranstaltungsort:

Plenarsaal des Norderstedter Rathauses


Straße:

Rathausallee 50


PLZ:

22846


Stadt:

Norderstedt


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