Diakonie Hamburg
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Enge Kooperation

Russischer Besuch beim Mitternachtsbus

Lupe Serge und Alexej aus St. Petersburg helfen im Mitternachtsbus

Ehrenamtliche aus dem Partnerprojekt in St. Petersburg besuchen Hamburg.

Warme Wollmützen mit zwei aufgestickten Bussen hatte Sonja Norgall, Projektleiterin des Mitternachtsbusses gerade ausgepackt. Obwohl es Anfang September noch gar nicht so kalt ist in Hamburg. Es handelt sich bei den Mützen um ein Geschenk des Mitternachtsbusses an seine russischen „Kollegen“, die vom 3.-8. September aus St. Petersburg zu Besuch in Hamburg waren.

Im April dieses Jahres hat sich bereits eine Gruppe von ehrenamtlichen Helfern des Mitternachtsbusses die Arbeit des Partnerprojekts „Nachtasyl“ in Russland angeschaut. Die deutschen Kollegen konnten dort mit dem Bus mitfahren und verständigten sich mit den fast 200 Menschen in der Nacht mit “Händen und Füßen“. Trotzdem haben sie viele Eindrücke mitbringen können. In St. Petersburg sah man nicht viele Menschen auf der Straße schlafen. Das liegt daran, so Grigory Sverdlin, Leiter des russischen Busses: “ In Russland, kommt sofort die Polizei, wenn Menschen vor Geschäften in der Innenstadt liegen“. Außerdem lassen es die niedrigen Temperaturen nicht zu, draußen zu schlafen. Die Menschen müssen sich geschütztere Orte wie Keller oder Garagen suchen.

Der Nachtbus wir von dem Projekt „Nochlezkha/Nachtsasyl“ betrieben und von der Diakonie Hamburg unterstützt. Dieses Angebot ist nötig, da in St. Petersburg fast 60.000 Menschen auf der Straße leben und die Regierung kaum Angebote für diese Menschen schafft.

Auch die ehrenamtliche Arbeit und das bürgerschaftliche Engagement sind in Russland wenig verbreitet, da sich die Menschen diesen Zeiteinsatz nicht leisten können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Busses sind daher oft Studenten.

Jetzt im September wurde dieser Austausch der Projektmitarbeiter fortgeführt. Das bedeutet, dass alle Ehrenamtlichen aus St. Petersburg mit dem Hamburger Mitternachtsbus mitfahren konnte und weitere soziale Einrichtungen, wie das Diakonie-Zentrum für Wohnungslose, besuchten. Im Anschluss daran, tauschten sie sich in einem gemeinsamen Workshop über ihre unterschiedlichen Erfahrungen aus. Aus dieser Partnerschaft entstehen neue Ideen und Netzwerke, die dringend für die Migrationswanderung von Ost nach Westeuropa notwendig sind.