Diakonie Hamburg
Prostitution
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Pressemeldung

Diakonie Hamburg drängt auf schnelle Lösung im Umgang mit Prostitution

Die Diakonie Hamburg fordert den Hamburger Senat auf, sich für eine schnelle, bundeseinheitliche Regelung im Umgang mit Prostitution einzusetzen. Das aktuelle Verbot hat zur Konsequenz, dass Prostitution im Verborgenen stattfindet und nicht kontrollierbar ist. Abgesehen von dem damit verbundenen Infektionsrisiko der beteiligten Personen führt es dazu, dass Prostituierte verstärkt unter Druck gesetzt und Gefahr laufen, Opfer von Gewalt zu werden.

Durch die Zulassung der Prostitution unter Auflagen könnten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die zum einen das Infektionsrisiko mithilfe entsprechender Schutzkonzepte minimieren und zum anderen ein sicheres Arbeitsumfeld für die Sexarbeiter*innen ermöglichen. Hinzu kommt, dass viele Frauen* durch die Schließung der Bordelle und das Prostitutionsverbot in existenzielle Not geraten sind. Eine schrittweise Lockerung würde ihnen die Möglichkeit eröffnen, wieder dringend benötigte Einkünfte zu erzielen.

Dr. Korinna Heimann, Fachbereichsleitung Migration und Frauensozialarbeit: „Wir sind über die Nachricht, dass es vorerst keine Lockerung geben soll, sehr enttäuscht. Wir halten sie für unbedingt erforderlich.“

 

Hintergrund:

Seit Mitte März ist Prostitution aufgrund der Corona-Pandemie in Hamburg verboten. Am 25. August teilte der Hamburger Senat auf einer Landespressekonferenz mit, dass es vorerst keine Lockerung der Verordnung geben wird. Aktuell ist der Umgang mit Prostitution unter dem Infektionsschutzaspekt unter den Bundesländern nicht einheitlich geregelt.

Die Diakonie Hamburg bietet mit der „Fachberatungsstelle Prostitution – Sperrgebiet“ an zwei Standorten in der Stadt einen Rückzugsort für Prostituierte. Hier erhalten Sexarbeiter*innen Beratung und Unterstützung bei Alltagsfragen, eine kostenlose und anonyme Möglichkeit zur medizinischen Versorgung, juristische Beratung sowie Hilfe beim Ausstieg aus der Prostitution.

 

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Steffen Becker, Pressesprecher Diakonisches Werk Hamburg, unter 040 30620-233 oder becker@diakonie-hamburg.de

Dr. Korinna Heimann, Fachbereichsleitung Migration und Frauensozialarbeit, Tel. +49 40 30620-219, heimann@diakonie-hamburg.de

 

Veröffentlicht am 26. August 2020