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Die Ev. Seniorentreffs dürfen wieder öffnen: "Das macht schon Laune!"

Lupe Diakon Simon Albrecht, Leiter des Micheltreffs, freut sich dass Begegnungen im Seniorentreff wieder möglich sind

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten seit dem 16. März 2020 auch die Türen der Hamburger Seniorentreffs geschlossen bleiben. Der Kontakt zu den Besucherinnen und Besuchern der Treffs wurde in der Zeit des Lockdowns per Telefon oder auf digitalem Wege gehalten. Viele kreative Angebotsformate wie Terrassengespräche oder Gedächtnistraining per Videokonferenz sind neu entstanden. Von entscheidender Bedeutung war es in dieser Phase, die seelischen und körperlichen Folgen der Isolation bei den Seniorinnen und Senioren abzumildern.

Der 27. Mai 2020 war das langersehnte Startdatum für die behutsame Wiedereröffnung der Seniorentreffs unter den Bedingungen der Abstands- und Hygienevorschriften. Auch die Ev. Seniorentreffs öffnen nach und nach wieder mit veränderten Konzepten. Einiges findet aufgrund der aktuell besonders scharfen Abstandsregelungen für die Seniorinnen und Senioren zunächst draußen oder im Kirchraum statt. Die Gruppen müssen nun fest eingeteilt werden, die Teilnehmenden müssen sich anmelden und deren Kontaktdaten erfasst werden. Der Regelbetrieb mit offenen Seniorennachmittagen bei Kaffee und Kuchen ist derzeit nicht möglich.

Ein Drittel der Ev. Seniorentreffs öffnet bereits im Laufe des Junis. Ein weiteres Drittel startet erneut im Juli, die anderen machen nach den Sommerferien wieder Angebote in den Räumlichkeiten. Interessierte können einfach beim Treff in Wohnortnähe nachfragen. Die meisten Treffs halten weiterhin die alternativen Kontaktformen aus der Schließungszeit vor, unternehmen Spaziergänge („Geh-Spräche“) oder bieten besondere Andachten an.
 
Einer der Ev. Seniorentreffs, die bereits im Juni wieder Ihre Pforten öffnen, ist der Micheltreff. Im Seniorentreff der Hauptkirche St. Michaelis läuft seit 10. Juni der Betrieb mit einzelnen Angeboten wieder an. Den Anfang machte das von ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Micheltreffs geführte Second-Hand-Projekt „Jack un Büx“. Es ist als erstes Angebot des Seniorentreffs gestartet. Dafür waren aufwendige Vorbereitungen notwendig. Unter anderem musste ein Hygienekonzept geschrieben werden, die Räumlichkeiten ausgemessen und die maximale Personenzahl festgelegt, außerdem Desinfektionsmittel besorgt und an allen Eingängen Hinweisschilder angebracht werden.
 
Dazu Diakon Simon Albrecht, Leiter des Micheltreffs:  „Wir freuen uns sehr, nach drei Monaten wieder öffnen zu können. Es ist schon so, dass sich viele drauf gefreut haben, wiederkommen zu können und sich danach zurückgesehnt haben, wieder in den Treff zu kommen. Es ist zwar nicht ganz einfach, mit Mund-Nasen-Maske und im Abstand von 1,5 Metern ins Gespräch zu kommen, ohne sich fast anzuschreien. Diese schwierigen Seiten werden aber dadurch aufgewogen, dass man wieder in Kontakt miteinander ist. Und vielleicht ein Stück Normalität zurückerlangen kann.“
 
Zu den Gruppenangeboten, die wieder öffnen dürfen, gehört der Micheltreff am Mittwoch, coronabedingt mit einem festen, reduzierten Teilnehmerkreis. Am 17. Juni war zum Start der Schauspieler Martin Mertens dort und hat der kleinen Gemeinschaft Literaturschätze vorgelesen.
 
Was bedeutet es für die Besucherinnen und Besucher, dass dieser Ort der Begegnung nun wieder zugänglich ist, wenn auch unter Beschränkungen? Hier einige Stimmen von Besucherinnen und Besuchern aus dem Mittwochstreff: „Der Kontakt ist ganz wichtig – der hat gefehlt. Und die vertrauten Gesichter. Es war berührend und erlösend, dass jetzt so viele gekommen sind - und gesund sind! Viele Aktivitäten sind weggefallen. Jetzt wieder von zuhause hierher zu fahren, das macht schon Laune.“
 

 

Veröffentlicht am 22. Juni 2020