Diakonie Hamburg
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2. Hamburger Tag der pflegenden Angehörigen

Diakonie Hamburg lud zur Auszeit vom Pflege-Alltag ein

Lupe Foto: www.simonefriese.de

Die Pflege von Angehörigen bedeutet oft eine große Herausforderung, die viel Zeit und Kraft braucht. Die Hamburger Diakonie wollte diese beeindruckende Leistung würdigen mit dem 2. Hamburger Tag der pflegenden Angehörigen. Alle pflegenden Angehörigen, Nahestehenden und Unterstützenden waren am Donnerstag, 27. Oktober 2016, herzlich eingeladen zur „Auszeit vom Pflege-Alltag“ in die Königstraße 54, Hamburg-Altona. 

„Wir möchten mit unserer Veranstaltung bewusst diejenigen ansprechen, die oft im Stillen Großes leisten. Deshalb lädt die Diakonie pflegende Angehörige herzlich zur persönlichen Auszeit vom Pflege-Alltag ein“, so Katrin Kell, Fachbereichsleitung Pflege und Senioren der Diakonie. „Der große Zuspruch und Erfolg des 1. Hamburger Tages der pflegenden Angehörigen im  letzten Jahr hat uns bestätigt, das Programm in diesem Jahr noch umfangreicher zu gestalten.“ Am Nachmittag gab es deshalb zwischen 15.00 und 17.30 Uhr ein Mix aus Wohlfühl-Angeboten und Beratung: Direkte Entspannung und auch Ideen für die Umsetzung zu Hause boten Aromatherapie, Akupressur, Power-Smoothies und Klangreisen; außerdem gab es zwei Vorträge zu den aktuellen Reformen der Pflegeversicherung (auch für Eltern von pflegebedürftigen Kindern) und persönliche Beratung durch die Hamburger Angehörigenschule, dem Verein "wir pflegen e.V." und SeniorPartner Diakonie.

Das Abendprogramm von 18-20.30 Uhr eröffnete Landespastor Dirk Ahrens persönlich: "Unsere Gesellschaft beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie wir leben wollen, wenn wir älter werden. Insbesondere das Thema Pflege interessiert uns. Dabei hören wir viel von steigenden Kosten, Pflegekräftemangel und den Bedarfen von Krankenhäusern und Pflegeheimen. Selten hört man dagegen von der besonderen Aufgabe, die pflegende Angehörige übernehmen. Und das ist falsch, denn bereits heute werden zwei Drittel aller Pflegebedürftigen von ihren Angehörigen gepflegt. Sie gehören dazu. Die Aufgabe, die Sie aus Liebe und Pflichtgefühl übernommen haben, ist von unschätzbarem Wert für die Menschen, die Sie pflegen. Sie erbringen aber auch eine große Leistung für unser Land. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass diese Gesellschaft ihr menschliches Antlitz behält", würdigte Ahrens die Leistung der pflegenden Angehörigen in seiner Ansprache. Es sei höchste Zeit, dass Politik und Gesellschaft auf Ihre Leistung aufmerksam würden und sich noch sehr viel mehr um entlastende und unterstützende Hilfen bemühten, sagte der Landespastor. Die komplette Rede können Sie sich auf unserem Facebook-Kanal noch einmal anschauen.

Danach erwartete die Gäste viel Humor, Lachen und Plattdeutsch: Die bekannten Hamburger Künstler Gerd Spiekermann und Jochen Wiegandt waren zu Gast mit „Wi packt ut!“ und unterhielten die Gäste königlich. Im Anschluss lud das Diakonie-Team ein zum gemütlichen Ausklang bei Getränken und Gesprächen.

Der 2. Hamburger Tag der pflegenden Angehörigen wurde in Kooperation mit der Hamburger Angehörigenschule und mit dem Verein „wir pflegen – Interessenvertretung begleitender Angehöriger und Freunde in Deutschland e.V.“ ausgerichtet. Er trägt der Tatsache Rechnung, dass in Hamburg rund 2/3 der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt werden. Insgesamt sind das rund 36.000 Personen, von denen weit mehr als die Hälfte ausschließlich durch Angehörige gepflegt werden, ohne Unterstützung durch ambulante Pflegedienste oder andere Hilfe. Der Hamburger Tag der pflegenden Angehörigen will deshalb auch zeigen: Sie sind damit nicht allein. Im großen Netzwerk der Diakonie Hamburg finden pflegende Angehörige jeden Tag im Jahr passgenaue Unterstützung – durch Beratung, Schulungen, Betreuung und Begleitung. Unterstützt wird die Veranstaltung durch die Förderung der Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit.