Diakonie Hamburg

In der Nächsten Nähe

„Mein Beruf ist, das Großartige in den Kleinen zu sehen“

Lupe "Mein Beruf ist, das Großartige in den Kleinen zu sehen." (Foto: Darius Ramazani)

Nico Matthiesen ist stellvertretender Leiter der Evangelischen Kita Martin Luther in Hamburg-Iserbrook. Der 32-Jährige ist auf einem neuen Plakat der bundesweiten Diakonie-Kampagne „In der Nächsten Nähe“ zu sehen. Mit der Aussage: „Mein Beruf ist, das Großartige in den Kleinen zu sehen“. Wir haben Matthiesen nach seinem Werdegang, dem christlichen Glauben und dem Blick aufs Kind gefragt.

Welche „großartigen“ Momente gab es diese Woche in der Kita?
Für das Video zur Diakonie-Kampagne haben die Kinder einen Turm gebaut. So groß, dass sie für die Spitze eine Leiter brauchten. Ein Junge traute sich zunächst nicht auf die oberste Stufe, er versuchte es wieder, aber zögerte immer noch. Ich habe ihm mit den Händen Halt gegeben, und dann stand er ganz oben! Solche Momente begeistern mich: Ich kann einem Kind Unterstützung und Sicherheit geben, und dann wagt es einen neuen Schritt. Ist das nicht wunderbar?

Was braucht man, um „das Großartige in den Kleinen“ zu sehen?
Ich muss wahrnehmen können, wo ein Kind gerade steht. Dort knüpfe ich an. Alle Normen und Vorstellungen, wie ein Kind sein sollte und was es können müsste, lasse ich in dem Moment beiseite. Nur dann erkenne ich die kleinen Veränderungen, die für dieses Kind vielleicht gerade ein großer Entwicklungsschritt sind.

Wie kamen Sie in die Kita Iserbrook? Haben Sie vorher schon in evangelischen Einrichtungen gearbeitet?
Meine Mutter war in der Kirchengemeinde Maria Magdalena am Osdorfer Born aktiv, und im dortigen Kindergarten habe ich mein erstes Schulpraktikum gemacht. Ich wusste schon ziemlich früh, dass ich Erzieher werden will. Später, nach der Ausbildung, war ich in derselben Kita zum Zivildienst. Anschließend habe ich im Kitawerk Altona-Blankenese als „Springer“ gearbeitet, war also in unterschiedenen Kindergärten eingesetzt. Seit 2009 bin ich fest in Iserbrook.

Was bedeutet der christliche Glaube für Sie?
Christlicher Glaube heißt für mich, Menschen zu tolerieren und sie anzunehmen, wie sie sind. Das ist gerade in der Arbeit mit Kindern das A und O. Jedes Kind ist von Gott gewollt, so wie es ist, heißt es auch im Konzept unserer Kita.
Engagiert bin ich in der Kirchengemeinde Iserbrook, obwohl ich seit anderthalb Jahren in Schenefeld wohne. Ich helfe bei Familiengottesdiensten, Veranstaltungen oder bei alltäglichen diakonischen Aufgaben, etwa wenn es darum geht, Unterstützung für bedürftige Familien zu organisieren.

Haben Sie selbst Kinder?
Ich führe eine Pflegschaft weiter für einen jungen Mann, der bei uns in der Familie großgeworden ist und demnächst 18 wird. Eigene Kinder habe ich noch nicht. Aber ich habe meiner Freundin dieses Jahr einen Antrag gemacht – nächstes Jahr wollen wir heiraten. Und dann soll es auch losgehen mit eigener Familie.

Die Evangelische Kita Martin Luther Iserbrook betreut in vier Gruppen rund 80 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren. Mehr Infos auf www.eva-kita.de