Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Wohnungsnot: Neubau allein reicht nicht - Jede 2. Neuvermietung an besonders Benachteiligte

Die wohnungspolitischen Maßnahmen im gestern vorgelegten Arbeitsplan des Senates reichen nicht aus, um Benachteiligte und Menschen in Not ausreichend mit Wohnungen zu versorgen. Gabi Brasch, Vorstand des Diakonischen Werkes Hamburg erläutert: "Senat und Wohnungswirtschaft versuchen das Thema totzuschweigen. Doch für Menschen mit geringem Einkommen, Alleinerziehende, Migranten oder Wohnungslose ist es sehr schwer bis unmöglich, eine Wohnung zu bekommen.

Der Senat muss neben dem Wohnungsneubau Sofortmaßnahmen ergreifen, um Benachteiligten den Zugang zu Wohnraum eröffnen. Schon 2008 lag die Versorgungsquote der vordringlich Wohnungssuchenden bei nur 45,8 Prozent. Die SAGA GWG vermietet jedes Jahr 9.000 bis 10.000 Wohnungen neu. Ab sofort sollte jede zweite Neuvermietung der SAGA GWG an Menschen mit Dringlichkeitsschein gehen." Angesichts der Tatsache, daß die SAGA jährlich 100 Millionen Euro an die Stadt Hamburg abführt, meint Brasch: "Die SAGA GWG ist nicht dazu da, den Hamburger Haushalt zu sanieren, sondern muss zu allererst Wohnungen für besonders Benachteiligte zur Verfügung stellen."

Die Diakonie fordert außerdem die gesamte Wohnungswirtschaft erneut auf, ihre Verträge endlich einzuhalten: Die im Rahmen des sogenannten Fachstellenkonzepts 2005 vertraglich zugesagten Wohnungskontingente zur Versorgung wohnungsloser Haushalte sind bis heute nicht erbracht. Der Rechnungshof hat die fehlenden Sanktionsmechanismen in den Verträgen gerügt. Deshalb muss vertragswidriges Verhalten zumindest öffentlich gemacht werden.

Veröffentlicht am 21. April 2011