Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Winternotprogramm: Dramatische Lage für Obdachlose

Die Funktionsfähigkeit des Winternotprogramms ist akut gefährdet. Diakonie-Vorstand Gabi Brasch: „Die Einrichtungen sind bereits jetzt hoffnungslos überfüllt. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten angesichts des enormen Zulaufs und der damit verbundenen Probleme an ihrem Limit und darüber hinaus. Gerade in den niedrigschwelligen Einrichtungen können Angebote wie Essensausgabe und Duschen nicht mehr im benötigten Umfang sichergestellt werden.“ 
 
iNach Erkenntnissen des Diakonischen Werks Hamburg ist die Übernachtungsstätte in der Spaldingstraße mit 230 Plätzen voll ausgelastet, die zusätzlich geöffnete Etage war binnen eines Tages belegt. Das Pik AS ist mit über 300 Plätzen völlig überfüllt, und dass obwohl die 100%-Auslastung von 190 Plätzen auf 210 Plätze umdefiniert wurde. Auch die 92 Plätze in Containern sind vollständig belegt. Bei den bezirklichen Fachstellen zur Wohnungssicherung gibt es inzwischen lange Wartelisten.
 
Vor diesem Hintergrund sieht das Diakonische Werk Hamburg sofortigen Handlungsbedarf. Gabi Brasch: „Wir befürchten, dass in der momentanen Situation obdachlose Menschen die Einrichtungen des Winternotprogramms gar nicht mehr aufsuchen werden. Die Sozialbehörde muss deshalb zusätzliche Unterbringungskapazitäten im Winternotprogramm zur Verfügung stellen  insbesondere auch für Familien. Die BASFI hat für den Bedarfsfall weitere Kapazitäten zugesagt. Das muss jetzt umgesetzt werden, wir können nicht länger warten. Dazu gehört auch mehr Personal für die Betreuung. Wir brauchen eine spürbare Entlastung in den niedrigschwelligen Angeboten  etwa dem Herz AS.“

Veröffentlicht am 4. Dezember 2012