Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Winterabschiebestopp für Flüchtlinge auch in Hamburg

Lupe Foto: © Stauke / fotolia.com

Das Diakonische Werk Hamburg und die Flüchtlingspastorin der Nordkirche Dietlind Jochims fordern Innensenator Neumann auf, auch in Hamburg im Winter keine Flüchtlinge abzuschieben: Bis Ende März sollte die Abschiebung von Flüchtlingen aus Afghanistan, Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Irak, Iran, Kosovo, Mazedonien, der Russischen Föderation, Serbien, Türkei, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Pakistan und der Ukraine ausgesetzt werden. Der Hamburger Diakonie-Chef, Landespastor Dirk Ahrens, erläutert: „Wir dürfen nicht riskieren, dass Flüchtlinge abgeschoben werden und dann erfrieren. Selbst wenn Flüchtlinge rechtlich zur Ausreise verpflichtet sind, gibt es keinen Grund, dies ausgerechnet im Winter durchzusetzen. Was für Schleswig-Holstein möglich ist, sollte in Hamburg genauso selbstverständlich sein.“

Auch die Entscheidung des Bundesrates in diesem Herbst, einige Länder des Westbalkans zu sicheren Herkunftsländern im Sinne des Asylverfahrens zu erklären, sei kein Hinderungsgrund für einen Winterabschiebestopp. Dietlind Joachims, Beauftragte für Menschenrechte, Flucht und Migration der Nordkirche: „Bei der Bundesratsentscheidung ging es um die Frage der individuellen politischen Verfolgung, beim Winterabschiebestopp dagegen um humanitäre Hilfe für Menschen angesichts der Kälte. Das kann man nicht gegeneinander ausspielen.“

Für inhaltliche Rückfragen steht Ihnen Dirk Hauer, Leiter Fachbereich Migration und Existenzsicherung des Diakonischen Werkes Hamburg, unter 040 30 62 0–367 gern zur Verfügung.

Veröffentlicht am 17. Dezember 2014