Diakonie Hamburg

Pressemeldung

„Wer hilft hier eigentlich wem?“

Menschen mit Behinderungen selbst als Freiwillige - das ist immer noch ein relativ neues Phänomen. Mit den Möglichkeiten, Chancen und Hindernissen beim Engagement von Menschen mit psychischen, geistigen oder körperlichen Behinderungen befasste sich kürzlich ein Fachtag des Diakonischen Werks Hamburg.

Seit zwei Jahren setzt sich das Diakonische Werk mit seinem Projekt Selbstverständlich Freiwillig dafür ein, dass sich Menschen mit Behinderungen engagieren können und dass sie die nötige Unterstützung dafür erhalten. Daher hat das Projekt am 20.09.2012 unter dem Titel „Wer hilft wem? Inklusion und Freiwilliges Engagement“ die Fachöffentlichkeit aus Behindertenhilfe, Strukturen des Freiwilligenengagements und Behörde eingeladen. Rund 80 Interessierte aus Hamburg und dem gesamten Bundesgebiet waren zum Fachtag gekommen. Spannend war bereits am Anfang die Übersetzung der Begrüßungsrede von Gabi Brasch (Vorstand Diakonisches Werk Hamburg) in einfache Sprache. Sie machte beispielhaft deutlich, wie die übliche Fachsprache in einfache Sprache übersetzt werden kann. Drei bereits aktive Freiwillige sowie Vertreter von zwei Einsatzorten, die mit Freiwilligen mit Behinderungen arbeiten, berichteten über ihre Motivation und Erfahrungen. Prof. Michael Lindenberg (Evangelischen Fachhochschule für Soziale Arbeit und Diakonie, Hamburg) regte mit seinem Referat die Diskussion zur Inklusion in der Gesellschaft an. In drei Arbeitsgruppen vertieften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spezielle Fragestellungen zum Engagement von Menschen mit Behinderungen und definierten Voraussetzungen, die für das Engagement von Menschen mit Behinderungen gegeben sein sollten. Als Ergebnis für gelingendes Engagement von Menschen mit Behinderungen konnte festgehalten werden:

  • Die Offenheit der Mitarbeitenden der Einsatzorte ist sehr wichtig.
  • Ebenso wichtig ist - wie grundsätzlich in der Freiwilligenarbeit - die genaue Passung zwischen Freiwilligem und Einsatzstelle.
  • Hilfreich sind bereits feste Strukturen für Freiwillige, in die sich Menschen mit Behinderungen einreihen können.
  • Wenn Begleitung und Unterstützung angeboten werden können, wirkt sich das günstig aus.
  • Hilfreich ist eine unterstützende Person im Hintergrund (Assistentin, Eltern, Einsatzortmitarbeiter).
  • Der Begriff Behinderung muss auf den Einzelfall bezogen sein: Die individuellen Fähigkeiten, Unterstützungsbedarfe, Einschränkungen müssen einzeln in den Blick genommen werden.

Das Projekt Selbstverständlich Freiwillig bietet Beratungen rund um das Thema „Engagement von Menschen mit Behinderungen“ an und vermittelt Freiwillige in passende Einsatzorte. Es finden regelmäßig Bildungsangebote und Fortbildungen statt für Menschen mit Behinderungen, für Mitarbeitende der Behindertenhilfe und für Mitarbeitende in Freiwilligenagenturen. Interessierte können sich informieren bei:

 

Diakonisches Werk Hamburg

Britta Marie Habenicht

Tel: 040-306 20 361

Email: habenicht@diakonie-hamburg.de


 

Veröffentlicht am 16. Oktober 2012