Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Start frei für "Stadtteilmütter Altona-Altstadt": Damit ausländische Kinder gute Startchancen bekommen

Am heutigen Mittwoch stellte Pastor Dirk Ahrens, Vorstand des Diakonie-Hilfswerkes Hamburg, das Integrationsprojekt „Stadtteilmütter Altona-Altstadt“ im Dorothee-Sölle-Haus vor: Frauen mit eigenem Migrationshintergrund beraten türkische und afrikanische Familien in ihrer Muttersprache zu Fragen der Kindererziehung, Bildung und Gesundheit. Dazu besuchen sie sie zu Hause und informieren in vertrauter Umgebung über vielfältige Unterstützungsangebote im Stadtteil, die häufig aus Unkenntnis nicht in Anspruch genommen werden.
Imogen Buchholz, die Leiterin des Dezernats für Soziales, Jugend und Gesundheit freute sich als Gastrednerin über den Start des Projektes und stellte eine gelingende Kooperation in Aussicht.

 

Rund 60 Gäste drängten sich auf engem Raum, während Pastor Dirk Ahrens allen dankte, die das Projekt entwickelt und auf die Beine gestellt haben. Durch eine großzügige Zuwendung des Hamburger Spendenparlaments war es den engagierten Initiatorinnen im Bezirksamt Altona und der Diakonie gelungen, die „Stadtteilmütter“ als Vermittlerinnen zwischen den Kulturen aus der Taufe zu heben.

Wie groß der Bedarf ist, verdeutlichte Ahrens anhand eines eigenen Erlebnisses im Bus: Ein kleiner ausländischer Junge randalierte. Seine Mutter war nicht in der Lage, ihn zu bändigen. Sie tat nichts. Auch nicht, als eine Mitreisende sie freundlich dazu aufforderte. Sie verstand sie nicht. Die Deutschkenntnisse des Jungen reichten dagegen für eine Beschimpfung. „Stadtteilmütter können hier ansetzen, „ so Ahrens, „und die Frauen in ihrer eigenen Sprache ermutigen, ihre Kinder zu erziehen.“ Sie helfen beispielsweise einen Kitaplatz zu finden, unterstützen beim Ausfüllen von Formularen. Mal hilft auch der Tipp, den Fernseher und PC hin und wieder auszuschalten. „Am wichtigsten ist der Spracherwerb“, sagte Dirk Ahrens, „für Eltern und Kinder. Dann haben sie eine gute Chance, sich in Hamburg zurecht zu finden, gut zu leben und ihre Wurzeln hochzuhalten.“ Die Stadtteilmütter wissen, wo es Deutschkurse für Erwachsene gibt.

Sonnur Barat und Juliana Kiwala, die Stadtteilmütter-Managerinnen, wissen aus eigenen Erfahrung, worauf es ankommt. Frau Kiwala, Ärztin aus Uganda: „Zu Hause war ich Frau Doktor. In Hamburg konnte ich noch nicht einmal einen Kita-Antrag ausfüllen, weil ich die Sprache nicht beherrschte.“ Frau Barat ist als Türkin in Hamburg aufgewachsen, hat hier Sozialpädagogik studiert und schon während ihres Studiums versucht, ausländischen Kindern die Tür in ein gutes Leben zu öffnen.

Zwei Frauen, die zu den 13 glücklichen gehören, die einen Platz im ersten Ausbildungskurs für Stadtteilmütter erhalten haben, stellten sehr nachdrücklich dar, dass sie mehr von ihrem Leben erhoffen als für andere zu putzen. Sie wollen andere Frauen ermutigen, für ihre Kinder alle Hilfen anzunehmen, damit die Kinder die Schule schaffen, einen Beruf erlernen und in Hamburg ein glückliches Leben führen können. Die Stadtteilmütter erhoffen sich selbst neue Perspektiven für einen eigenen beruflichen Einstieg und ihre Weiterentwicklung.

Kontakt
Diakonie-Hilfswerk Hamburg
Königstraße 54, 22767 Hamburg
Projekt Stadtteilmütter Altona-Altstadt
Sonur Barat, Tel. 040 30620-395
Juliana Kiwala, Tel. 040 30620-252
www.stadtteilmuetter-diakonie.de

Veröffentlicht am 23. Juni 2011