Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Spendenaufruf: Winter erschwert das Leben der syrischen Flüchtlinge

Lupe Christoph Püschner / Diakonie Katastrophenhilfe

Kälte und Schnee erschweren das Leben der syrischen Flüchtlinge und Binnenvertriebenen im Irak, in Syrien und in den angrenzenden Staaten. Deshalb verstärkt die Diakonie Katastrophenhilfe ihr Engagement. Gemeinsam mit lokalen Partnern versorgt sie besonders die Familien, die nicht in offiziellen Flüchtlingslagern Zuflucht finden. Die Diakonie Katastrophenhilfe verteilt unter anderem im Libanon und im Nordirak Lebensmittel, Brennmaterial, Matratzen und Decken an etwa 125.000 Menschen. „Die Flüchtlinge brauchen unsere Solidarität und unseren Schutz - auch und gerade die Menschen, die nicht in offiziellen Camps untergekommen sind“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „In den Wintermonaten führen die erbärmlichen Bedingungen, unter denen diese Familien leben müssen, zu schweren Beeinträchtigungen der Gesundheit und für ohnehin schon Schwache sind sie lebensbedrohlich.“

Der Hamburger Diakoniechef Landespastor Dirk Ahrens ergänzt: „Es ist wichtig, dass wir jetzt weiter Hilfe leisten – hier in Hamburg und vor Ort in den Krisengebieten. Bei meinem Besuch der Erstaufnahmeunterkunft Schnackenburgallee im Dezember erzählten mir syrische Flüchtlinge von dem Ausmaß der Not. Ich bin betroffen von dem Leid, das die Menschen erfahren müssen. Es ermutigt mich aber, dass so viele Hamburger sich ehrenamtlich engagieren oder für die Menschen in den Krisenregionen spenden.“

Hintergrund

Jeden Tag werden laut Angaben der Vereinten Nationen (UN) weitere 9.500 Menschen innerhalb Syriens vertrieben. Mehr als 1,1 Millionen Syrer haben im Libanon Zuflucht gesucht. Im Nordirak sind laut UN Angaben 800.000 unter anderem durch den Vormarsch des IS (Islamischer Staat) vertriebene irakische Familien sowie 235.000 syrische Flüchtlinge auf Winterhilfe angewiesen. Es ist extrem schwierig die Flüchtlingsfamilien, die in provisorischen Unterkünften oder in oft unbeheizten Mietwohnungen leben, aufzufinden und mit Hilfsgütern zu erreichen. Die Miete zahlen die meisten von ihren Ersparnissen, für Heizmittel und den täglichen Bedarf sind sie auf Hilfslieferungen angewiesen. „Wir sammeln zusätzlich Kräuter und Gemüse. Kaufen können wir im Moment nichts, da wir kaum Einkommen haben“, sagt die 50jährige Naja Ahmed aus Qamishli in Syrien. Sie lebt mit ihrer sechsköpfigen Familie in zwei gemieteten Zimmern in einem Vorort der nordirakischen Stadt Suleimaniyah. Hier hat die Diakonie Katastrophenhilfe auch ein Gemeindezentrum eingerichtet, in dem Sprachkurse, berufliche Beratung und Aktivitäten für Frauen und Kinder angeboten werden.

Neben der Versorgung der Flüchtlinge und Vertriebenen ist die psychosoziale Unterstützung von großer Bedeutung. „Die Menschen leben seit mehreren Monaten, teilweise seit Jahren auf der Flucht, d.h. in einer Übergangssituation. Sie sehen oft kein Licht mehr am Ende des Tunnels und brauchen deshalb Zuspruch, Ermutigung und Perspektiven“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel. „Die Menschen mit den lebensnotwendigen materiellen Gütern zu versorgen, ist nicht genug. Wir müssen auch ihre seelischen Wunden heilen helfen und sie darin unterstützen, den Verlust von Heimat und die Erfahrungen von Gewalt im Konflikt in Syrien und im Irak, zu verarbeiten. Nur wer den Weg aus der Traumatisierung gefunden hat, kann seine Zukunft wieder in die eigene Hand nehmen.“ Die Diakonie Katastrophenhilfe bietet mit lokalen Partnern psychosoziale Unterstützung an mehreren Standorten im Irak und im Libanon an. 

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Veröffentlicht am 6. Februar 2015