Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Obdachlosenlager am Nobistor: helfen statt räumen

Mit großer Sorge beobachtet die Hamburger Diakonie die Situation im Obdachlosenlager in einer kleinen Grünanlage am Nobistor im Bezirk Altona. Sie befürchtet, dass das Lager ordnungsrechtlich geräumt werden könnte, statt den Menschen aus Rumänien und Bulgarien zu helfen.

Seit mehr als zwei Wochen leben nach Schätzung der Diakonie etwa fünfzig bis sechzig EU-Bürger, darunter auch Familien mit Kleinkindern und Kindern in dem provisorischen Camp. Diakonische Einrichtungen haben inzwischen Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen, um ihre Situation zu klären und ihnen zu helfen.

„Diese Menschen brauchen erstens schnell Hilfe und das heißt vor allem: ein Dach über dem Kopf. Familiengerechte Unterbringung ist das Gebot der Stunde“, fordert Gabi Brasch, zuständiger Vorstand im Diakonischen Werk Hamburg. Außerdem müssen die Menschen bei der Klärung ihrer Rechtsansprüche und ihrer Zukunftsperspektiven unterstützt werden. Gabi Brasch: „Es geht um EU-Bürger, die hier Arbeit suchen. Man kann nicht pauschal behaupten, sie hätten keine Rechtsansprüche. Jeder Einzelfall muss von den Behörden genau geprüft werden.“

Das Diakonische Werk Hamburg weist seit langem darauf hin, dass  in Hamburg adäquate Unterbringungsmöglichkeiten für obdachlose Familien fehlen.

Veröffentlicht am 11. Juni 2014