Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Neues Pilotprojekt: „Zentrale Anlaufstelle Anerkennung“ für Menschen mit ausländischen Abschlüssen

Auf dem Weg zur Anerkennung ausländischer Berufs- und Bildungsabschlüsse erhalten ratsuchende Hamburgerinnen und Hamburger ab November Unterstützung im Diakonischen Werk Hamburg.
Rund 3, 3 Millionen Migrantinnen und Migranten zwischen 15 und 74 Jahren leben in Deutschland und haben in ihrem Herkunftsland einen Schulabschluß, eine Ausbildung oder studiert. Doch bei der Hälfte von ihnen sind die Abschlüsse bislang nicht anerkannt. Dies ist nicht nur ein statistisches Problem, sondern es hat auch ganz praktische Auswirkungen auf die Lebensbedingungen dieser Menschen.

 

Deshalb gibt es seit Oktober in Hamburg das Projekt „Zentrale Anlaufstelle Anerkennung" im Diakonischen Werk Hamburg. Diese Modellprojekt schafft die Voraussetzungen dafür, erstmals Informationen, Fortbildung, Schulung und Beratung rund um das Thema Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und Qualifikationen in Hamburg zu bündeln. Das Projekt führt die vorhandenen Kompetenzen von Migrationsfachdiensten, Beratungsstellen, Verwaltung, Kammern und Unternehmen zusammen. Das Ziel sind neue Verfahrenswege bei der Anerkennung und Bewertung von Qualifikationen, die die bisher bestehenden Hürden für Migrantinnen und Migranten abbauen.

Die vier Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter entwickeln Beratungsstrukturen und Beratungsverfahren, aktualisieren den Hamburger Leitfaden zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse, sammeln und werten Daten und Informationen rund um das Thema aus, organisieren Schulungen und Fortbildungen für Mulitplikatoren und andere Beratungseinrichtungen und vernetzen die Akteure in Hamburg miteinander.

Nach zwei Jahren soll dem Hamburg Welcome Center eine gut funktionierende „Zentrale Anlaufstelle Anerkennung zu übergeben. Das Projekt wird zu gleichen Teilen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert.

Ab November bieten die Mitarbeiterinnen des Projektes im Diakonischen Werk ratsuchenden Menschen auch direkte Beratung an. Sie geben Hinweise und Orientierung auf dem Weg zur Anerkennung. Projektleiter Michael Gwosdz erklärt: „Wir erklären, welche Formulare und Dokumente jemand für ein Anerkennungsverfahren benötigt. Wir sehen uns diese Dokumente gemeinsam an, gehen die Anträge durch und bereiten die Menschen auf ihren Besuch in der jeweils zuständigen Behörde vor.“ Für die eigentliche rechtliche Anerkennung eines Abschlusses bleiben nämlich weiterhin die unterschiedlichen Fachstellen in der Stadt zuständig. Die „Zentrale Anlaufstelle Anerkennung“ hat eine Lotsenfunktion.

Ergänzend ist das Projekt im Diakonischen Werk auch die Anlaufstelle für ein Stipendienprogramm der Stadt Hamburg. Dieses ermöglicht Menschen mit einem ausländischen Abschluss an Fortbildungen und Anpassungsmaßnahmen teilzunehmen, die notwendig sind, um ihre im Ausland erworbene Qualifikationen vollständig anerkannt zu bekommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Diakonischen Werk beraten und nehmen Anträge entgegen.

Beratungstermine können bei Frau Alekozai, Tel. 040/306 20-396 oder zaa@diakonie-hamburg.de vereinbart werden.

Veröffentlicht am 29. Oktober 2010