Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Kita-Beitragsfreiheit ab 1.8: Nicht auf dem Rücken der Krippenkinder

Ab 1. August wird die Grundbetreuung für die ersten 5 Stunden in Hamburger Kitas für alle Eltern beitragsfrei sein. 75 Millionen Euro muss die Stadt Hamburg dafür jährlich zusätzlich aufbringen. Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg e.V. (AGFW) begrüßt die Beitragsfreiheit, warnt aber davor, dass diese nicht durch mangelnde Qualität in den Kitas erkauft werden darf.
 
Gerlinde Gehl, stellvertretende Vorsitzende des Fachausschusses Jugendhilfe der AGFW: „Besonders für Familien und Alleinerziehende, die wenig Geld haben, ist eine kostenlose Betreuung ganz wichtig.  Die kostenlose Kita für alle darf jedoch nicht dazu führen, dass der aktuelle Personalmangel – vor allem bei den Krippenkindern – nicht beseitigt wird. Die Eltern von Kleinkindern sind zunehmend unzufrieden.“
 
Inakzeptable Rahmenbedingungen und Überlastung der Fachkräfte attestiert auch die Studie "Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung in der Freien Hansestadt Hamburg“, die die Alice Salomon Hochschule Berlin im Auftrag der AGFW durchführte. Gehl: „Die Beitragsfreiheit wird die Eltern nicht über die angespannte Betreuungssituation ihrer Kinder hinwegtäuschen. In reinen Krippengruppen ist in Hamburg eine Fachkraft  bei Berücksichtigung von Urlaub, Krankheit und Fortbildungen für durchschnittlich 7,6 Babys und Kleinstkinder verantwortlich. Um Krippenkinder angemessen zu betreuen und zu bilden, ist jedoch eine reale Erzieher-Kind-Relation von 1 zu 4 nötig.“ Die AGFW fordert deshalb, in den nächsten zehn Jahren stufenweise bis zu 4.000 zusätzliche Fachkräfte in Hamburg einzustellen.

Veröffentlicht am 14. Juli 2014