Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Inklusion an Schulen: Diakonie für „Bildung aus einer Hand“

Das Diakonische Werk Hamburg begrüßt die Aufnahme von Kindern mit Behinderungen in Regelschulen, kritisiert jedoch die aktuelle Umsetzung in der Praxis. Am Regelunterricht teilnehmen können derzeit nur Kinder, wenn ihre Eltern viel Zeit und Energie investieren können: Denn sie müssen zunächst eine Einzelbewilligung beim Amt für Bildung der Behörde für Schule und Berufsbildung, der Jugend- oder der Sozialbehörde beantragen und dann selbst eine geeignete Assistenzperson finden. Rainer Rißmann, Geschäftsführer der Ev. Arbeitsgemeinschaft Eingliederungshilfe im Diakonischen Werk sagt deshalb: “Wir bevorzugen ein Modell der „Bildung aus einer Hand“, bei der die Regelschule für den Unterricht und die Vermittlung geeigneter Schulassistenten zuständig ist.“

Seit August 2010 können Kinder mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung in der ersten und fünften Klasse von Regelschulen unterrichtet werden. Sie erhalten dabei als Unterstützung individuelle Schulassistenten, die zum Beispiel darauf achten, dass Reizüberflutungen vermieden werden. So können auch Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung oder mit anderen Behinderungen Regelschulen nutzen.

Die Diakonie im Hamburg begrüßt ausdrücklich, dass allen Kindern alle Schulen offen stehen. Rißmann rät jedoch: „Die ersten Erfahrungen mit dem Modell Schulassistenz sollten jetzt ausgewertet werden. Bislang sind zu viele Hände beteiligt, bis ein Kind von einer Schulassistenz unterstützt unterrichtet werden kann. Das Modell `Bildung aus einer Hand´, bei der die Zuständigkeit für Unterricht und Schulassistenz komplett bei den Regelschulen liegt, ist ein Weg, der allen Kindern helfen könnte.“

 

Veröffentlicht am 9. September 2011