Diakonie Hamburg

Pressemeldung

In Würde zuhause sterben - Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) sehr erfolgreich in Hamburg

Anlässlich des Welthospiztages am 8. Oktober zieht der „Runde Tisch SAPV“ eine positive Bilanz für Hamburg. Sonja Schneider-Koch, Palliative Care-Expertin der Diakonie Hamburg: „Fast alle schwerkranken Menschen, die keine Aussicht mehr auf Heilung haben, möchten so lange wie möglichst zu Hause sein. Heute können wir sagen: Dieser Wunsch wird in Hamburg fast flächendeckend erfüllt.“ 

Erst ab 2007 wurden „Palliative Care Teams“ (PCTs) in Hamburg aufgebaut;  heute versorgen acht PCTs für Erwachsene und ein Kinder-PCT rund um die Uhr Patienten im gesamten Stadtgebiet. 2015 wurden 2.058 Erwachsene mit schwersten Erkrankungen, häufig Krebspatienten, sowie 40 schwerkranke Kinder betreut. Mit Unterstützung der PCTs konnten sich 54 Prozent der Patienten in ihrer häuslichen Umgebung vom Leben verabschieden. Sonja Schneider-Koch: „Das ist mehr als doppelt so viel als der Bundesdurchschnitt. Einschließlich der Bewohner in den stationären Pflegeeinrichtungen sterben in Hamburg sogar mehr als zwei Drittel aller SAPV-Patienten in ihrer gewohnten Umgebung.“ 

Der Aufbau der exzellenten ambulanten Versorgung in den letzten Jahren hat auch dazu geführt, dass nur noch elf Prozent aller in der SAPV betreuten Menschen in einem Krankenhaus sterben. 51 Prozent sind es dagegen durchschnittlich in Deutschland. 

Eine besondere Herausforderung für die PCTs ist der hohe Anteil der Alleinlebenden: Er liegt im Stadtstaat Hamburg bei zwanzig Prozent der Betreuten. In einer stationären Pflegeeinrichtung lebten 2015 nur sechs Prozent aller SAPV-Patienten. Dr. Claudia Wenzel, Palliativmedizinerin in der Hämatologisch-onkologischen Praxis Altona erwartet hier jedoch große Veränderungen:„Diese Zahl wird in den nächsten Jahren voraussichtlich stark ansteigen, denn das 2016 umgesetzte Hospiz- und Palliativgesetz schreibt für die stationären Pflegeeinrichtungen eine stärkere Kooperation mit den PCTs vor. Damit werden vermehrt auch Bewohnerinnen und Bewohner diese Versorgung in Anspruch nehmen können.“

Hintergrund

2007 wurde die SAPV in das Sozialgesetzbuch V aufgenommen. Sie soll eine umfassende pflegerische und medizinische Versorgung sehr kranker und sterbender Menschen in ihrer gewohnten Umgebung gewährleisten.

In Hamburg gibt es seit 2008 den „Runden Tisch SAPV“. Er vertritt die Interessen aller PCTs und koordiniert die Umsetzung der SAPV und die Zusammenarbeit der Teams. In Hamburg sterben jährlich circa 18.000 Menschen, zehn bis fünfzehn Prozent davon brauchen eine spezialisierte ambulante palliative Versorgung.

Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. med. Claudia Wenzel, Hämatologisch-onkologische Praxis Altona, unter 040 380 212 20 oder claudia.wenzel@hopa-hamburg.de und  Dr. med. Maja Falckenberg, DAS PALLIATIVTEAM,  unter 040 413 476 21 oder schmerzambulanz.alteneichen@hamburg.de gern zur Verfügung.

Veröffentlicht am 6. Oktober 2016