Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Hamburgs Wohlfahrtsverbände fordern mehr Personal für die Krippenkinder

Lupe

Der neue Ländermonitor „Frühkindliche Bildungssysteme 2014“ der Bertelsmann-Stiftung stellt für Hamburg fest: "In der frühkindlichen Bildung bleibt gute Qualität oftmals auf der Strecke, weil viele Kindertageseinrichtungen nicht genügend Erzieherinnen haben. Die Personalschlüssel in Hamburgs Kitas weichen erheblich von einem kindgerechten und pädagogisch sinnvollen Betreuungsverhältnis ab. In keinem anderen westlichen Bundesland ist eine Erzieherin für mehr unter Dreijährige zuständig als in Hamburg."
Während sich eine Fachkraft in westdeutschen Krippen durchschnittlich um 3,8 Kinder kümmert, ist sie in Hamburg für 5,4 Krippenkinder zuständig. Berücksichtigt man, dass die Erzieherinnen und Erzieher aufgrund von Team- und Elterngesprächen, Fortbildung und Urlaub im Kita-Alltag höchstens 75 Prozent ihrer Arbeitszeit für pädagogische Arbeit nutzen können, verschlechtert sich das Verhältnis sogar auf 1 zu 7,2. Damit bleibt Hamburg Schlusslicht in der Betreuungsqualität von Krippenkindern der westdeutschen Bundesländer.
 
Der Bertelsmann-Ländermonitor 2014 bestätigt damit die Ergebnisse der Studie "Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung in der Freien Hansestadt Hamburg“, die die Alice Salomon Hochschule Berlin im Frühjahr 2014 im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg e.V (AGFW) durchführte.
Gerlinde Gehl, stellvertretende Vorsitzende des Fachausschusses Jugendhilfe der AGFW: „Unsere eigenen Berechnungen kommen zu fast den gleichen Ergebnissen. Die Rahmenbedingungen in Hamburg sind inakzeptabel und führen zur Überlastung der Erzieherinnen und Erzieher. Um Krippenkinder angemessen zu betreuen und zu bilden, sollte eine Erzieherin in der pädagogischen Arbeit nicht mehr als 4 Krippenkinder betreuen. Die AGFW fordert deshalb, in den nächsten zehn Jahren stufenweise bis zu 4.000 zusätzlichen Fachkräfte in Hamburg einzustellen.“

Veröffentlicht am 25. Juli 2014