Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Gönüllü – Freiwillige unterstützen mit Herz! Türkischsprachiger Begleitdienst für Menschen mit Demenz gestartet

Lupe

Ab 1. April starten ein türkischsprachiger Besuchsdienst und eine Betreuungsgruppe für ältere Menschen mit Demenz. Das Kooperationsprojekt Gönüllü − Kooperation Türkisches Leben mit Demenz in Hamburg −  ist bisher einzigartig in Hamburg. Kooperationspartner sind die Türkische Gemeinde Hamburg und Umgebung e. V. (TGH), das Diakonische Werk Hamburg und die Hamburgische Brücke – Gesellschaft für private Sozialarbeit e.V. „Demenz ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die im Alter auftreten kann und bei der Betroffene und Angehörige gut beraten und unterstützt werden müssen. Insbesondere dann, wenn sie eine andere Muttersprache haben“ meint Kirsten Prehm, Fachbereichsleiterin Familie und Senioren bei der Diakonie. In Hamburg lebten Ende 2013 47.553 Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit, davon waren 9.842 älter als 60 Jahre. „Viele türkische Einwanderer sind vor fünfzig Jahren nach Deutschland gekommen und nun in einem Alter, wo eine Demenz auftreten kann. Durch die Krankheit treten die erlernten Deutschkenntnisse in den Hintergrund und die Kranken greifen wieder auf ihre Muttersprache zurück. Hier fehlte es bisher an Angeboten zur Unterstützung“ sagt Kirsten Arthecker, Geschäftsführerin der Hamburgischen Brücke. Die neue Kooperation Gönüllü soll das ändern. Türkischsprachige Menschen haben hier Gelegenheit, sich für ihre älteren Landsleute zu engagieren. Sie werden zum Thema Demenz geschult und können dann Besuche auf Türkisch übernehmen oder sich in der Betreuungsgruppe engagieren.

Alle drei Partner haben Erfahrungen mit dem Thema Demenz und mit der türkischen Kultur: Die Hamburgische Brücke bietet seit Jahren ein Betreuungsangebot für psychisch kranke türkische Menschen an. Die Diakonie ist seit 2008 mit SeniorPartner, einem Besuchsdienst für ältere, oft an Demenz erkrankte Menschen, aktiv. Den Zugang zu den türkischen Einwanderern ermöglicht die Türkische Gemeinde. Ziel der Zusammenarbeit ist, die bisherigen Erfahrungen auf die Bedürfnisse der türkischen Kultur auszurichten. „Das Thema Demenz ist in der türkischen Kultur noch sehr tabuisiert, hier kann das Projekt Gönüllü Aufklärungsarbeit leisten. Als TGH ist es uns besonders wichtig, die Bedürfnisse der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ernst zu nehmen“ so Martin Rüttgers, Geschäftsführer der Türkischen Gemeinde Hamburg. Das Angebot der Kooperation Gönüllü wird von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und den Pflegekassen gefördert.

 

 

Veröffentlicht am 1. April 2014