Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Die „Kaffeeklappe“ auf St. Pauli wird 40

Lupe Fachtag zum 40. Geburtstag der „Kaffeeklappe“: Angela Bähr, Fachbereichsleiterin „Migration und Frauensozialarbeit“ im Diakonie-Hilfswerk Hamburg, Sozialsenator Detlef Scheele und Pastor Dirk Ahrens, Leiter Diakonie-Hilfswerk Hamburg (v. l.) - Foto: Diakonie Hamburg/Sander

Die Kaffeeklappe auf St. Pauli ist seit 40 Jahren ein Ort der Begegnung, der Unterstützung und der Beratung für Sexarbeiterinnen. Anlässlich des vierzigsten Geburtstages der Kaffeeklappe fordert Pastor Dirk Ahrens, Leiter Diakonie-Hilfswerk Hamburg, einen kontinuierlichen Runden Tisch "Prostitution" für Hamburg, an dem staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure zusammenarbeiten. Statt unverbundener Einzelmaßnahmen sollte gemeinsam ein tragfähiges Konzept entwickelt werden.

Sozialsenator Detlef Scheele in seinem Grußwort: 
„Wir als Sozialbehörde wollen weiterhin dazu beitragen, die Beratungssituation von Prostituierten zu verbessern und die Einflussnahme auf Prostituierte nicht vorwiegend den Zuhältern zu überlassen, sondern die soziale und rechtliche Stellung von Menschen in der Prostitution zu verbessern, Ausbeutungsverhältnisse zu reduzieren und auch weiterhin Wege aus der Prostitution zu bahnen.“

Scheele weiter:
„Das Angebot der „Kaffeeklappe“ leistet konkrete Hilfsangebote so individuell wie die Probleme und Lebenssituationen der Besucherinnen. Kooperation und Vernetzung sind zentrale Handlungsprinzipien Ihrer Arbeit – insbesondere mit Gesundheitsprojekten, Frauenberatungsstellen aber auch mit Beratungsstellen des Opferschutzes. Ich möchte Ihnen ausdrücklich für Ihre häufig sehr schwere und belastende Arbeit danken.“

Auch nach 40 Jahren ist die Kaffeeklappe in der Seilerstraße auf St. Pauli als sozialer Fixpunkt auf dem Kiez noch immer notwendig: Rund 5000 Kontakte mit Sexarbeiterinnen hat die Kaffeeklappe jährlich.  Die Gespräche mit den Frauen finden in der Kaffeeklappe statt oder vor Ort auf der Straße. Zwei Sozialpädagoginnen bieten Gesundheitsprävention, unterstützen bei Fragen zur Verschuldung oder beim Wunsch nach Ausstieg aus dem Milieu.

In Hamburg gibt es laut Polizeischätzung ca. 2500 Sexarbeiterinnen, davon sind ca. 1500 Ausländerinnen und 10 Prozent mit illegalem Aufenthalt.

 

Veröffentlicht am 16. Oktober 2013