Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Diakonie zieht positive Bilanz des Hamburger Kirchentages

Lupe Schrille Optik, harte Fakten: Kirchentagsbesucher stehen Schlange vor der "Gruselbahn" der Hamburger Diakonie zur Wohnungsnot. Foto: Markus Scholz

Farbenfroh, frech, handfest und politisch: So präsentierte sich die Diakonie während des Kirchentages im Herzen Hamburgs auf dem Jungfernstieg, dem Gänsemarkt und an vielen anderen Orten in der Stadt und in den Messehallen.

Landespastorin Annegrethe Stoltenberg: „Ich danke allen Besuchern des Kirchentages und allen Hamburgern, die uns in den letzten fünf Tagen so großartig unterstützt haben. Ganz besonders freut mich, dass Menschen über 1700 Mal 'Gesicht gezeigt haben´ für unsere Kampagne für '2000 Wohnungen für Wohnungslose´. Das ermutigt uns sehr!“. Die Fotos und weitere Unterstützer-Unterschriften werden nach dem Kirchentag dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz übergeben.

Über 2000 Menschen besuchten die Diakonie-Kunstaktion „Hamburger Wohn-Horror“ am Jungfernstieg und erfuhren hautnah, was es bedeutet arm zu sein und keine Wohnung zu finden.

Ganz praktisch gegen Wohnungslosigkeit engagierten sich 27 junge Menschen, darunter 23 FSJ´ler aus Bayern: Sie renovierten in zwei Tagen zwei Kirchenkaten in Hausbruch. Kirchenkaten sind kleine Häuser auf dem Gelände von Hamburger Gemeinden, in denen ehemals obdachlose Menschen wohnen.

Tausende junge Menschen informierten sich auf dem Diakonie Info-Camp am Gänsemarkt zum Thema „Soziale Berufe kann nicht jeder!“ und bekamen praktische Einblicke in verschiedene diakonische Berufsfelder, in das Freiwillige Soziale Jahr und das Au Pair-Programm der Diakonie. Gefördert wurde das Info-Camp durch die Lotterie GlückSpirale.

Knapp 2000 Besucher waren begeistert von der Tanzperformance „Let´s bridge the gap!“, die Profis des Bundesjugendballetts von John Neumeier mit FSJlern der Diakonie und angehenden Erzieherinnen der Evangelischen Fachschule Alten Eichen in Hamburg erarbeiteten.

Heimlicher Renner des Kirchentages: die LilaLinie der Diakonie, die den Besuchern des Kirchentages täglich eine informative und Körper und Geist entspannende Stadtrundfahrt bot. An Bord der Busse waren als Stadtführer über sechzig FSJler und zwanzig Mitarbeiter der Diakonie im Einsatz.


Hintergrundinfo

Mit der Aktion „"2000 Gesichter für 2000 Wohnungen" fordert die Diakonie, dass künftig jede 2. Neuvermietung der städtischen SAGA GWG an vordringlich Wohnungssuchende geht, also jährlich 4.500 Wohnungen. Davon sollen 2.000 Wohnungen an Wohnungslose vergeben werden.

In Hamburg herrscht Wohnungsnot. Besonders trifft es Wohnungslose, Hartz-IV-Empfänger, Menschen mit Behinderungen und andere Benachteiligte. Wohnungsneubau hilft erst in vielen Jahren, doch hier und heute sind in unserer Stadt mehr als 5.000 Menschen wohnungslos: Sie leben auf der Straße, in Notunterkünften oder müssen sich jede Nacht eine neue Bleibe bei Freunden und Bekannten suchen. Der Bürgermeister könnte sofort handeln: Die Wohnungsgesellschaft SAGA GWG gehört zu 100 Prozent der Stadt. 9.000 Wohnungen vermietet die SAGA GWG jährlich neu. Doch nur ein Fünftel geht an besonders benachteiligte Wohnungssuchende. Das muss der Erste Bürgermeister Olaf Scholz ändern.

Die Foto-Wall mit allen Unterstützern der Aktion "2000 Gesichter für 2000 Wohnungen" finden Sie unter: www.diakonie-hamburg.de/web/kirchentag/2000Wohnungen

Veröffentlicht am 5. Mai 2013