Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Diakonie warnt: ab Juni Versorgungsengpässe für Körperbehinderte

Verhandlungen zur Individuellen Schwerstbehindertenbetreung mit der Gesundheits-Behörde festgefahren
Anläßlich des 13. Europäischen Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung warnt die Hamburger Diakonie vor Versorgungsengpässen bei der Individuellen Schwerstbehindertenbetreuung (ISB).
Über 130 Zivildienstleistende allein in der Hamburger Diakonie haben bis jetzt Menschen mit Behinderungen geholfen, ihren Alltag weitgehend selbstbestimmt und in den eigenen vier Wänden zu gestalten. Ab 1. Juni gibt es keine Zivildienstleistenden mehr; Ersatz ist nicht in Sicht: Der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD) wird besonders bei der ISB die Zivildienstleistenden nur in geringen Umfang ersetzen können.

Aktuell gibt es keine Bewerbungen für den BFD bei der Diakonie in Hamburg. Und selbst wenn Freiwillige für die ISB gefunden werden, sind die sogenannten BFD´ler für die Einrichtungen deutlich teurer als die Zivildienstleistenden. Der zuständige Vorstand im Diakonischen Werk Hamburg, Stefan Rehm, warnt deshalb vor einem Vorsorgungsengpass: "Damit wir ab Juni nicht massive Probleme mit der Versorgung bekommen, müssen unsere Einrichtungen die auftretende Lücke mit festangestellten Kräften schließen, mit Freiwilligen allein ist das nicht zu machen. Deshalb brauchen wir einen höhere Vergütung durch die, damit wir diese Fachkräfte auch bezahlen können. Wir haben schon im Sommer 2010 mit der Behörde Kontakt aufgenommen und geschildert, was auf die Menschen mit Behinderung sonst zukommt. Doch heute muss ich leider sagen: die Gespräche mit der Behörde haben nichts gebracht. Wir hoffen jetzt, dass die neue Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz das Thema zur Chefsache macht."

Veröffentlicht am 2. Mai 2011