Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Diakonie Veranstaltung schlägt hohe Wellen: Für alle! HVV Gratis! Ein richtiger Schritt in ein zukunftsfähiges Hamburg?

Das Diakonische Werk Hamburg, der BUND und der Zukunftsrat luden am 24. April zur Veranstaltung „Für alle! HVV Gratis! Ein richtiger Schritt in ein zukunftsfähiges Hamburg?“ ein. An der Veranstaltung nahmen Vertreter aller Bürgerschaftsparteien und des HVV teil.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie umstritten diese Idee politisch ist.

Die Referenten des Wuppertal-Instituts zeigten, wie eine "Mobilitätstransformation" aussehen kann, welche wichtige Rolle darin der HVV spielen kann und welche Finanzierungswege es gibt.
Menschen mit geringem Einkommen formulierten ihren Anspruch auf eine bessere Beteiligung am Leben in der Stadt. Dazu gehört für sie die kostenlose Nutzung des HVV. Umweltverbände wiesen darauf hin, in welch hohem Ausmaß gerade Wohngebiete von Menschen mit geringem Einkommen durch die Schadstoffemissionen des motorisierten Individualverkehrs belastet werden.
Die Veranstaltung machte jedoch auch die politischen Blockaden deutlich, ernsthafte Schritte zu einer sozial gerechten und klimapolitisch klugen Mobilität zu machen.

"Der Hamburger Senat könnte mit zwei kleinen Schritten zeigen, dass er zum Einstieg in den Umstieg bereit ist: Beauftragung einer Machbarkeitsstudie für einen Gratis HVV und Einführung der kostenlosen Nutzung des HVV für alle Leistungsberechtigten der Grundsicherungen und der Sozialhilfe“, meint Wolfgang Völker vom Diakonischen Werk Hamburg.

Viele klagen über hohe Benzinpreise, die das Autofahren verteuern. Dabei gibt es mit dem öffentlichen Personennahverkehr eine bewährte Alternative zum Auto-Individualverkehr. Die Veranstalter setzen mit der Veranstaltung die Forderung „Für alle! HVV Gratis!“ auf die politische Agenda, weil „ein HVV Gratis-Ticket ökologisch vernünftig und sozial gerecht ist“, sagt Gabi Brasch, Vorstand des Diakonischen Werkes Hamburg. „Die Hamburger Politik muss dafür sorgen, dass der HVV so attraktiv ist, dass immer mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und gleichzeitig auch diejenigen, die wenig Geld haben, ihn nutzen können. Ein "HVV Gratis" würde sich in vielerlei Hinsicht rechnen und lohnen“, so Brasch weiter.

In der Veranstaltung kammen Vertreter aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik zu Wort. So werden Dr. Michael Kopatz und Gregor Waluga vom Wuppertal-Institut ihren Vorschlag „HVV Gratis“ präsentieren und zeigen, was Hamburg von anderen Städten lernen kann. „Die Menschen leben gern in Hamburg. Noch schöner wär's ohne Lärm, Gestank, verstopfte Straßen und Schadstoffe. Das Bürgerticket macht Hamburg auch für Kinder lebenswert. Es reduziert die Blechverschmutzung, fördert Gesundheit, Ruhe, Ausgeglichenheit und schafft Raum für Grün“, so Dr. Kopatz.

Neben der Wissenschaft brachten sich Hinz&Kunzt-Verkäufer, Menschen mit geringem Einkommen, die Elternschule Mümmelmannsberg, das Unternehmen Budnikowsky, der Landesjugendring, der BUND und das Netzwerk Recht auf Stadt mit ihrer Sicht auf einen „HVV Gratis“ ein.

Veranstalter
Diakonisches Werk Hamburg, Zukunftsrat Hamburg, BUND Hamburg und die Evangelische Akademie der Nordelbischen Kirche
Die Veranstalter sind auch Herausgeber der Studie „Zukunftsfähiges Hamburg - Zeit zum Handeln“.

Kontakt:
Wolfgang Völker
Diakonisches Werk Hamburg, Referat Arbeitslosigkeit und Existenzsicherung
Telefon 040 30 62 0-325, Voelker@diakonie-hamburg.de

 

Veröffentlicht am 25. April 2012