Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Das neue Diakonie-Projekt "SeelenHalt" unterstützt psychisch kranke Eltern und deren Kinder

Das Diakonische Werk Hamburg stellte heute in seinen Räumen in der Königstraße das neue Projekt "SeelenHalt" vor. Das Projekt unterstützt Familien mit psychisch erkrankten Eltern. Ziel ist, die Familien zu stabilisieren und vor allem die Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren vor möglichen Schäden zu bewahren. In Hamburg leben rund 30.000 Kinder unter 18 Jahren, deren Eltern psychisch erkrankt sind. Vor allem allein erziehende Mütter sind betroffen.

Pastor Andreas Hänßgen, Leiter des Fachbereichs Beratung und Seelsorge, erläutert die Situation psychisch kranker Mütter und Väter: „Sie lieben ihre Kinder und wären gern gute Eltern. Und sie haben Angst, ihren Kindern nicht gerecht zu werden“. Diese Befürchtung ist nicht unbegründet, denn sie fallen bei der Bewältigung des Alltags immer wieder aus. Als Folge übernehmen die Kinder Verantwortung, die weit über ihr Alter hinaus geht. Häufig finden sie keine Erklärung für das veränderte Verhalten der Mutter. Sie fühlen sich schuldig und hoffen, die Mutter würde wieder gesund, wenn sie besonders "lieb" sind. Sie haben den Eindruck, dass diese Krankheit etwas Anstößiges hat, sprechen mit keinem darüber und ziehen sich in die Isolation zurück. Projektleiterin, Diplom-Psychologin Maike Struve: "Wir möchten, dass diese Kinder wieder Kind sein können." Struve schildert die konkreten Angebote von SeelenHalt: „Wir sind täglich erreichbar und beraten betroffene Eltern und Kinder, aber auch besorgte Großmütter, Nachbarn, Lehrer und Familienhelfer.“ Zurzeit trifft sich eine Elterngruppe in einem psychiatrischen Krankenhaus und eine Müttergruppe in den Räumen des Diakonischen Werks. Nach den Sommerferien startet eine Kindergruppe. Struve: „Uns geht es darum, die Lücke zwischen dem Gesundheitssystem, das sich ausschließlich um die erkrankten Eltern kümmert, und der Jugendhilfe, die sich auf Jugendliche konzentriert, zu schließen.“

„Viele betroffene Kinder leiden nicht nur in der akuten Situation, sondern erkranken als Spätfolge selbst, wenn sie nicht rechtzeitig unterstützt werden“, so die Kinder- und Jugendpsychiaterin Dr. Christiane Deneke. Sie freut sich als Vorsitzende des Vereines SeelenNot, dass das Diakonische Werk als Träger des Projektes SeelenHalt nun Hilfen für Familien psychisch kranker Eltern bietet. Damit könne sich der Verein SeelenNot, der sich in den letzten Jahren für dieses Thema sehr engagierte, zurückziehen und den Stab an SeelenHalt übergeben. Man konzentriere sich bei SeelenNot zukünftig auf den kollegialen Austausch auf Fachebene.

Das Projekt SeelenHalt wird durch die Aktion Mensch gefördert. Die Angebote von „SeelenHalt“ sind kostenlos.

Kontakt:
Diakonie Hilfswerk Hamburg
Projekt SeelenHalt
Königstr. 54
22767 Hamburg
Maike Struve / Johanna Kutzke
Tel. 040 / 306 20-245
seelenhalt@diakonie-hamburg.de

Veröffentlicht am 15. Juni 2010