Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Brücken bauen, nicht abbrechen – Landespastorin Stoltenberg zur Situation der Flüchtlinge in Hamburg

Lupe Landespastorin Annegrethe Stoltenberg

Diakoniechefin und Landespastorin Annegrethe Stoltenberg zur aktuellen Situation der Flüchtlinge in Hamburg: "Die Flüchtlinge machen trotz großer und berechtigter Ängste immer wieder Schritte in Richtung Senat. Der Erste Bürgermeister sollte diese Chance nutzen und mit der Flüchtlingsgruppe sprechen. Es ist heute in Hamburg genauso wie in Berlin und in Brüssel an der Zeit, Brücken zu bauen und nicht abzubrechen. Ich wünsche mir dringend, dass Olaf Scholz sich in diesem Sinne auf allen drei politischen Ebenen engagiert – dabei ist mir klar, dass sich der Senat in einer schwierigen Lage befindet. Wir können heute auch nicht sagen, wie genau eine gute Lösung aussieht. Klar ist aber, dass jede weitere Eskalation schädlich ist und vermieden werden muss. Wir als Diakonie und Kirche sind nach wie vor bereit, zu vermitteln. Die jüngsten Todesfälle vor Lampedusa machen doch auf grausame Art deutlich, was wir eigentlich schon lange wissen: Abschottung, Abschiebung und Ausgrenzung sind eben keine Lösung. Die Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger unterstützt die Flüchtlinge seit Monaten, wir begrüßen und unterstützen diese Hilfe und sind stolz auf das Engagement. Wir appellieren an den Senat, seinen Beitrag dazu zu leisten, eine humane Einwanderungspolitik zu entwickeln – eine Politik, die sich orientiert an den Menschenrechten der Frauen, Männer und Kinder, die ihre Herkunftsländer verlassen, um in einem anderen Staat eine Existenz aufzubauen. Die Ursachen für Flucht und erzwungene Migration müssen ebenso bekämpft werden wie die Armut in den Herkunftsländern."

Veröffentlicht am 18. Oktober 2013