Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Bischöfin und Landespastor besuchen Flüchtlingsunterkunft

Lupe

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs und Diakonie-Landespastor Dirk Ahrens haben am Montag die Erstaufnahmeunterkunft für Flüchtlinge in der Schnackenburgallee besucht. Zurzeit leben hier mehr als 1.200 Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen Krisengebieten.

Bischöfin Fehrs zeigte sich betroffen von den Schilderungen der Flüchtlinge und den Ausmaß ihrer Not. Gleichzeitig sei sie beeindruckt mit wie viel Respekt und Empathie die Flüchtlinge in der Einrichtung von den Beschäftigten und von den Ehrenamtlichen betreut werden. So könnten für die traumatisierten Menschen „Momente der Normalität“ erstehen.

Diakonie-Chef Dirk Ahrens sagte, es ginge angesichts der Tatsache, dass monatlich 600 Flüchtlinge nach Hamburg kämen, zunächst darum, die Not der Flüchtlinge zu bewältigen und zu lindern. Ahrens: „Das zentrale Problem jedoch ist nach wie vor, dass Wohnraum für die Flüchtlinge fehlt. Dabei sind 45 Prozent der Hamburger Flüchtlinge in regulären Unterkünften wohnberechtigt.“ Normalerweise dürfen Flüchtlinge maximal drei Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtung bleiben. Doch weil es zu wenig Folgeunterkünfte gibt, sind die Hamburger Erstaufnahme-Einrichtungen überfüllt und werden häufig zu lange belegt. Ahrens: „Wir brauchen Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen!“ Der Diakonie geht es dabei sowohl um den Neubau von Sozialwohnungen als auch darum, Wohnungen des städtischen Trägers SAGA-GWG bevorzugt an Flüchtlinge zu vermieten.

Ausgesprochen hoffnungsvoll stimme Ahrens die große Bereitschaft der Hamburger, sich für Flüchtlinge einzusetzen und sich ehrenamtlich zu engagieren. So sei beispielsweise das Engagement der Luthergemeinde in der Nähe der Schnackenburgallee „geradezu vorbildlich“. Die Gemeinde betreibt unter anderem eine Kleiderkammer und ein Café für die Flüchtlinge und organisiert Deutschkurse. Bischöfin Fehrs betonte, Ziel ihres Besuchs sei es auch, noch mehr Menschen für ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge zu gewinnen. Kirche und Diakonie würden künftig die Koordination der Ehrenamtlichen weiter ausbauen.

 

 

Veröffentlicht am 1. Dezember 2014