Diakonie Hamburg

Pressemeldung

2016 droht weiterer Abbau der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Die Diakonie Hamburg warnt vor einem weiteren Abbau der Angebote in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Gabi Brasch, Vorstand im Diakonischen Werk Hamburg: „Immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen unsere Angebote, gleichzeitig steigen die Personalkosten aufgrund von Tarifsteigerungen. Doch die Sozialbehörde weigert sich, mehr Geld für die Kinder- und Jugendarbeit in den Bezirken auszugeben. Wenn die Behörde nicht sehr schnell ihre Haltung ändert, werden wir schon im nächsten Jahr wieder Angebote für Kinder und Jugendliche schließen müssen.“

Eine der betroffenen Einrichtungen ist die Jugend-Freizeitlounge des diakonischen Trägers Pestalozzi-Stiftung in Neugraben. Rund sechzig junge Menschen im Alter von acht bis 17 Jahren besuchen die Einrichtung täglich. Leiter Dersim Bingöl meint: „Ohne eine bessere Refinanzierung fehlen uns im kommenden Jahr 40.000 Euro. Die Konsequenz wäre: weniger Sportangebote, weniger Zeit für die Einzelgespräche und individuelle Beratung. Wir werden sogar bei den Lebensmitteln sparen müssen. Dabei kommen viele Jugendliche zu uns, weil sie Hunger haben. Und gemeinsam Kochen ist für sie ein Stück zuhause.“ Im Mittelpunkt werde künftig immer mehr Aufsicht statt echter sozialer Arbeit stehen, befürchtet Bingöl.

Viele Träger der Kinder- und Jugendarbeit kooperieren mit Schulen und sind verstärkt Ansprech- und Anlaufstelle für alle jungen Menschen, zunehmend auch für junge Geflüchtete. Vorschläge an die Träger, sich doch auf Mittel aus der Mehrbedarfsdrucksache (21/1395) für die gestiegene Zahl von Flüchtlingen zu bewerben, um die Finanzierungslücke zu schließen, lehnt die Diakonie Hamburg ab. Brasch: „Kürzungen auf Kosten einer Gruppe von Bedürftigen zugunsten einer anderen sind für uns inakzeptabel. Das eigentliche Problem wird dadurch auch nicht gelöst.“

Bereits 2012 wurde der Etat für die Kinder- und Jugendarbeit um 3,5 Millionen Euro gekürzt, das waren rund zehn Prozent der Mittel. Gabi Brasch: „Ein Fehler, der sich – wie selbst Senator Scheele in seiner Abschiedsrede einräumte – nicht wiederholen sollte.“

Für Rückfragen stehen Ihnen Uwe Mühling, Fachbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe, unter 040 30 62 0-234 sowie Kristina Krüger, Referentin Kinder- und Jugendhilfe, unter 040 30 62 0-331 gern zur Verfügung.

Veröffentlicht am 26. November 2015