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Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - Wohnungslosigkeit beenden: Ein Plan(-spiel) für Hamburg

„Wie kann man in fünf Jahren die Wohnungslosigkeit halbieren?“, lautete die Frage die Moderatorin Birgit Müller (Straßenmagazin Hinz&Kunzt), den sozialpolitischen Sprecherinnen der Bürgerschaftsparteien im Rahmen der Veranstaltung „Das Ende der Wohnungslosigkeit – ein Plan für Hamburg“ stellte. Rund hundertzwanzig Zuhörende nahmen an der Veranstaltung des Hamburger Aktionsbündnisses gegen Wohnungsnot am 23. September 2014 in der Tagesaufenthaltsstätte Herz As teil.

Jahr für Jahr gibt es in Hamburg mehr Wohnungslose, die keine bezahlbare Wohnung oder keinen akzeptablen Platz in den Wohnunterkünften finden. Es wird zwar viel über Wohnungsnot und Wohnungsneubau in Hamburg diskutiert, aber wer sorgt dafür, dass auch Wohnungslose eine Wohnung erhalten?

Volker Busch-Geertsema, Experte der Wohnungslosenhilfe aus Bremen, berichtete über unterschiedliche Strategien in Deutschland und Skandinavien: Entscheidend für den Erfolg seien ein klarer politischer Auftrag und die entsprechenden finanziellen Mittel. Die Halbierung der Wohnungslosigkeit innerhalb von fünf Jahren in Hamburg sei ein anspruchsvolles, aber realistisches Ziel.

Die Politikerinnen – Ksenija Bekeris (SPD), Dr. Friederike Föcking (CDU), Katharina Fegebank (Bündnis 90 / Die Grünen), Cansu Özdemir (Die Linke) und Martina Kaesbach (FDP) – zeigten sich offen für konkrete und abrechenbare Ziele, waren aber überwiegend skeptisch gegenüber dem von den Veranstaltern formulierten Ziel, die Wohnungslosigkeit in Hamburg innerhalb von fünf Jahren zu halbieren.

Viel Zustimmung erhielt die Forderung, die SAGA GWG müsse einen sehr viel größeren Beitrag zur Verringerung der Wohnungslosigkeit leisten: Mehr Wohnungen der SAGA GWG für Wohnungslose und keine Zwangsräumungen mehr. Auf große Resonanz stieß der Vorschlag, eine 20%-Quote für Wohnungslose bei der Vermietung von Neubau-Sozialwohnungen einzuführen. Das Hamburger Neubauprogramm sieht vor, dass ein Drittel der neu gebauten Wohnungen Sozialwohnungen sein sollen, doch Wohnungslose profitieren bisher kaum davon. 

Bettina Reuter, Sprecherin des Hamburger Aktionsbündnisses gegen Wohnungsnot: „Hamburg darf sich nicht weiter mit der Wohnungslosigkeit abfinden und Wohnungslosigkeit darf nicht länger nur verwaltet werden. Wir werden nicht locker lassen und weiter darauf dringen, dass sich Hamburg konkrete und ehrgeizige Ziele zur Reduzierung der Wohnungslosigkeit setzt. Die Instrumente und Methoden sind bekannt. Es kommt darauf an, dass die Politik diese auch entschlossen nutzt!“ 

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte das Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (AGFW).

Hintergrund

Das Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot ist ein Zusammenschluss von in der Wohnungslosenhilfe tätigen Trägern, Einrichtungen und Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege und einer Selbsthilfeeinrichtung. Seit 2010 hat dieses Bündnis immer wieder mit Aktionen auf die Wohnungslosigkeit in Hamburg hingewiesen und entschiedenere Maßnahmen zur Bekämpfung gefordert. 

Im Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot engagieren sich:

Ambulante Hilfe Hamburg e.V., basis & woge e.V., Bodelschwingh-Haus - Ev.-Luth. Kirchenkreis HH-Ost, Caritasverband für Hamburg e.V., Diakonisches Werk Hamburg, Diakonisches Werk Hamburg-West/Südholstein, Die Heilsarmee – Jakob-Junker-Haus, Die Mission – Künstlerische Maßnahme gegen die Kälte e.V., Hamburger Fürsorgeverein von 1948 e.V., Herz-As gGmbH, Hinz & Kunzt gGmbH, Hude, Integrationshilfen e.V., Jugendhilfe e.V., Kemenate Frauen Wohnen e.V., MW Malteser Werke gGmbH (Malteser Nordlicht), Mook wat e.V., Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Hamburg-Altona, Verein für Soziale Hilfe e.V.

Veröffentlicht am 25. September 2014