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Russischer Besuch beim Mitternachtsbus

Lupe Sergej und Andrej aus St. Petersburg helfen im Mitternachtsbus

Warme Wollmützen mit zwei aufgestickten Bussen hatte Sonja Norgall, Projektleiterin des Mitternachtsbusses, gerade ausgepackt – obwohl es Anfang September noch gar nicht so kalt ist in Hamburg. Es handelt sich bei den Mützen um ein Geschenk des Mitternachtsbusses an seine russischen „Kollegen“, die vom 3. bis 8. September 2013 aus St. Petersburg zu Besuch in Hamburg waren.

Im April des Jahres hatte sich bereits eine Gruppe von ehrenamtlichen Helfern des Mitternachtsbusses die Arbeit des Partnerprojekts „Nachtasyl“ in Russland angeschaut. Die deutschen Kollegen konnten dort mit dem Bus mitfahren und verständigten sich mit den fast 200 Menschen in der Nacht mit Händen und Füßen und einem Lächeln. Trotzdem haben sie viele Eindrücke mitnehmen können. In St. Petersburg sah man nicht viele Menschen auf der Straße schlafen. Warum, erklärt Grigory Sverdlin, Leiter des russischen Projekts: "In Russland kommt sofort die Polizei, wenn Menschen vor Geschäften in der Innenstadt liegen." Außerdem lassen es die niedrigen Temperaturen nicht zu, draußen zu schlafen. Die Menschen müssen sich geschütztere Orte wie Keller oder Garagen suchen.

Der Nachtbus wird von dem Projekt „Nochlezkha/Nachtasyl“ betrieben und von der Diakonie Hamburg unterstützt. Dieses Angebot ist nötig, da in St. Petersburg fast 60.000 Menschen auf der Straße leben und die Regierung kaum Angebote für diese Menschen schafft.

Auch die ehrenamtliche Arbeit und das bürgerschaftliche Engagement sind in Russland wenig verbreitet, da sich die Menschen diesen Zeiteinsatz nicht leisten können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Busses sind daher oft Studenten.

Im September wurde dieser Austausch der Projektmitarbeiter in Hamburg fortgeführt. Eine Gruppe Ehrenamtlicher aus St. Petersburg konnte mit dem Hamburger Mitternachtsbus mitfahren und weitere soziale Einrichtungen wie das Diakonie-Zentrum für Wohnungslose besuchen. Im Anschluss daran tauschten sie sich in einem gemeinsamen Workshop mit den Hamburger Ehrenamtlichen über ihre unterschiedlichen Erfahrungen aus. Aus dieser Partnerschaft entstehen neue Ideen und Netzwerke, die dringend für die Migrationswanderung von Ost- nach Westeuropa notwendig sind.

Veröffentlicht am 10. September 2013