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Mitternachtsbus bleibt unverzichtbar

Lupe

Das Angebot der Diakonie ist auch nach 20 Jahren aus Hamburg nicht wegzudenken
Anlässlich des Jubiläums des Hamburger Mitternachtsbusses, das am 10. November mit einem Festakt ab 18.00 Uhr in der Hauptkirche St. Petri begangen wird, zieht die Diakonie in Hamburg Bilanz: Die Zahl der Menschen, die auf der Straße leben, steigt seit Jahren und liegt aktuell nach eigener Schätzung bei ca. 2000 Personen in Hamburg. Es zeichnet sich ab, dass auch in diesem Winter nicht alle von ihnen einen Platz in einer Notunterkunft bekommen werden. Das diesjährige Winternotprogramm bietet 890 Schlafplätze.

Der Mitternachtsbus der Diakonie bleibt als niedrigschwellige Hilfseinrichtung daher eine unverzichtbare Anlaufstelle und Versorgungsmöglichkeit für obdachlose Menschen in der Hansestadt. „Viele Programme zur Verbesserung der Lebensumstände obdachloser Menschen helfen nur temporär. Für sie bleibt es weiterhin nahezu unmöglich, an eine bezahlbare Wohnung zu kommen“, sagt Ellen Zander, ehrenamtlich beim Mitternachtsbus engagiert. „Hier muss die Politik dringend etwas ändern.“

Beim Festakt mit Gottesdienst wird neben Gründer Dr. Stephan Reimers auch Sozialsenatorin Melanie Leonhard ein Grußwort sprechen. Sie begleitet im Anschluss eine Tour des Mitternachtsbusses.

Hintergrund:
1996 wurde der Mitternachtsbus vom damaligen Landespastor Dr. Stephan Reimers und Mitgliedern des Hamburger Spendenparlaments gegründet, um Menschen vor dem Erfrieren zu schützen. Bis heute fahren jeden Abend Teams von Ehrenamtlichen zu etwa 30 Haltepunkten in der Innenstadt, dem Hafen und Altona und bringen heiße Getränke, Backwaren, Decken, Isomatten und im Winter auch Kleiderspenden zu Hamburgs obdachlosen Menschen. Vor allem aber bringen sie mit den Gesprächen am Bus einen Lichtblick in das Leben auf der Straße. Bei Bedarf vermitteln die Ehrenamtlichen Ratsuchende weiter zu Beratungsangeboten wie dem Diakonie-Zentrum für Wohnungslose in Eimsbüttel. Dort gibt es auch eine Ärztin, Duschen, Waschmaschinen und ein warmes Mittagessen.

Aktuell engagieren sich 140 Menschen aus vielen Berufs- und Altersgruppen beim Mitternachtsbus, teilweise schon seit 20 Jahren. „Wir freuen uns, dass unsere Arbeit so viele Menschen berührt und sie zu uns kommen, um Zeit oder auch Geld zu spenden“, sagt Projektleiterin Sonja Norgall. Das Projekt finanziert sich seit Beginn zu 100 Prozent aus Spenden. Weitere Information finden Sie unter www.mitternachtsbus-hamburg.de

Für Rückfragen stehen Ihnen Sonja Norgall, Projektleiterin Mitternachtsbus, unter 040 40 17 82-15 oder mitternachtsbus@diakonie-hamburg.de und Peter Ogon, Fachbereichsleiter Existenzsicherung, unter 040 30 62 0-309 oder ogon@diakonie-hamburg.degern zur Verfügung.

 

 

Veröffentlicht am 8. November 2016