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Hamburger Delegation unterstützt Dar es Salaam (Tansania) in Fragen des Gesundheitswesens

Lupe Hamburger Delegation mit Kollegen vom Christian Social Service Comission (CSSC)

In Hamburgs Partnerstadt erstmals alle wichtigen Akteure an einem Tisch

Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und der tansanischen Hauptstadt Dar es Salaam veranstaltete die Diakonie Hamburg gemeinsam mit Brot für die Welt und dem Christian Social Service Comission (CSSC), einer Wohlfahrtsorganisation in Tansania, am 22. und 23. August das zweite Dialog Forum Gesundheit.

Auf der Konferenz wurde mit allen wichtigen Akteuren über die Transformation des tansanischen Gesundheitssystems beraten. Die Ausgangslage war klar. Das bisherige staatlich finanzierte. Gesundheitssystem ist nicht länger tragfähig. Das Ziel ist eine allgemeine, für alle verpflichtende Krankenversicherung, die die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sichert und dabei auch finanzierbar bleibt.

Die Frage, wie der Zugang besonders armer, benachteiligter Bevölkerungsgruppen, die so genannten „vulnerable groups“, gesichert werden kann, stellt dabei eine große Herausforderung dar. Zumal diese Gruppe die Mehrheit der Bevölkerung darstellt.

Die rund 50 Vertreter unterschiedlicher Verbände, Gesundheitsversorger staatlicher, privater und konfessioneller Prägung diskutierten wie ein neues System aussehen und wie es  finanziert werden kann. Es wurde dabei auch deutlich, dass der Wandel von einem kostenlosen staatlich finanzierten System hin zu einer solidarischen Krankenversicherung eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung braucht. In die Diskussionen flossen auch die Kenntnisse der Delegierten aus Hamburg ein. So die Werbung für das Konzept der Solidargemeinschaft und die Lücken im System, die es bei der Einführung einer Krankenversicherung zu vermeiden gilt.

Als Ergebnis der Konferenz hat sich eine breite Allianz gebildet, die sich vorrangig mit zwei Aufgaben befassen wird: In der Bevölkerung für eine solidarische Krankenversicherung zu werben und die Bedürfnisse der „vulnerable groups“ in den Veränderungsprozess einzubringen.

Die Delegierten aus Hamburg ziehen eine positive Bilanz: „Es war ein großer Erfolg, die Key Player aus den unterschiedlichen staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen zusammenzubringen und den Blick gerade auf die besonders Bedürftigen zu lenken. Neue Ansätze sind entstanden und eine Allianz zur Umsetzung wurde gegründet“, so Inken Bruns, Fachreferentin für Städtepartnerschaftsarbeit und Ansprechpartnerin in der Kooperationsstelle Hamburg-Dar es Salaam.

 Hintergrund:

Das Diakonische Werk Hamburg engagiert sich im Rahmen der Städtepartnerschaften der Hansestadt in Sankt Petersburg und Dar es Salaam. Im russischen Sankt Petersburg steht die Arbeit mit Wohnungslosen im Vordergrund. Für die Städtepartnerschaft mit Dar es Salaam gibt es beim Diakonischen Werk die Kooperationsstelle. Sie ist Anlaufstelle für alle Menschen, die sich für die Städtepartnerschaft interessieren und fördert die Zusammenarbeit und Weiterentwicklung des Netzwerkes. Über das AFP-EL Programm erhalten Fachkräfte aus den Städtepartnerschaften des Südens Weiterbildungen in Hamburg. Das Diakonische Werk engagiert sich außerdem mit einem eigenen Projekt zum Thema Gesundheit in Hamburg und Dar es Salaam.

Teilnehmer

Zum Dialog Forum Gesundheit waren rund 50 Vertreter unterschiedlicher Verbände, Gesundheitsversorger staatlicher, privater und konfessioneller Prägung nach Dar es Salaam eingeladen.

Teilnehmer aus Hamburg: Neben den Koordinatorinnen aus dem Diakonischen Werk Hamburg, Inken Bruns und Sangeeta Fager,Fachreferentin für die transnationale Vernetzung, sind das: Dr. Gudrun Rieger-Ndakorerwa, Leiterin des Gesundheitsamtes Eimsbüttel; Petra Hofrichter, Geschäftsführerin der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (HAG); Christiane Deneke, erem. Professorin für Gesundheitswesen an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW); Dr. med. Norbert Neuburger, Facharzt für Innere Medizin mit kardiologischem Schwerpunkt und Umweltmedizin und Mitglied im Verein für internationale medizinische Zusammenarbeit, der bereits seit vielen Jahren mit dem Amana Krankenhaus in Ilala zusammenarbeitet; Ulrich Scheibel, Vorstand und Finanzleiter der Evangelischen Stiftung Alsterdorf; Christina Mann, UKE-Akademie für Bildung & Karriere am Universitätsklinikum Eppendorf.

Veröffentlicht am 20. September 2017