Diakonie Hamburg

Pressemeldung

Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot: Obdachlose brauchen jetzt Wohnungen

Das Aktionsbündnis vor dem Diakonie-Zentrum für wohnungslose Menschen in der Bundesstraße Lupe Das Aktionsbündnis vor dem Diakonie-Zentrum für wohnungslose Menschen in der Bundesstraße

Senat, Verwaltung und Wohnungswirtschaft müssen die Anstrengungen zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit deutlich verstärken: das war die zentrale Forderung einer Aktion des „Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot“ zum Start des diesjährigen Winternotprogramms am 1.11. 2012.

„Die Lage der Obdachlosen und Wohnungslosen in Hamburg spitzt sich weiter zu“, erklärte Bettina Reuter vom Aktionsbündnis. „Die Lebensbedingungen in den Notunterkünften sind für viele Obdachlose unerträglich. Bereits im Sommer platzten die Unterkünfte aus allen Nähten. Die Zahl der Menschen auf der Straße ist so groß, dass die Plätze im Winternotprogramm vermutlich bereits in wenigen Tagen aufgestockt werden müssen.“

Entscheidend sei, dass Stadt und Wohnungswirtschaft kurzfristig viel mehr Wohnungen zur Anmietung durch obdach- und wohnungslose Menschen zur Verfügung stellen. „Hier muss der Senat insbesondere die SAGA GWG in die Pflicht nehmen. Von den jährlich etwa 10.000 Neuvermietungen aus dem SAGA GWG Bestand muss ein erheblich größerer Anteil an wohnungs- und obdachlose Menschen gehen. So könnte innerhalb weniger Monate eine deutliche Entlastung der Situation gelingen“, sagte Bettina Reuter weiter.

Das Aktionsbündnis war mit einem 20 Meter langen Banner mit der Aufschrift „Eine Brücke ist kein Zuhause. 1029 Wohnungen für Obdachlose“ zum Diakoniezentrum für Wohnungslose in Eimsbüttel gekommen, wo am Morgen die Plätze zur Unterbringung in Wohncontainern der Hamburger Kirchengemeinden und Hochschulen vermittelt wurden. Weitere Plätze im Winternotprogramm stehen in der Spaldingstraße, die jeden Abend dort direkt vergeben werden, zur Verfügung.

Kontakt für Rückfragen: Bettina Reuter Tel. 040 389 732 und 0171 11 55 731

Das Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot fordert:

Der Zugang ins Winternotprogramm muss niedrigschwellig und für alle Bedürftigen offen bleiben, ohne Vorbedingungen und „Zwangsberatung“.
Alle obdachlosen Menschen müssen unabhängig von Status und Herkunft mit angemessenen Unterkünften versorgt werden. Ganzjährig müssen ausreichend Unterkünfte zur Verfügung stehen. Die Lebensbedingungen in den Unterkünften müssen verbessert werden, z.B. durch mehr Einzelzimmer in kleinen dezentralen Einrichtungen. Auch für das Winternotprogramm sind viele kleinere Einrichtungen erforderlich.
Hamburg braucht schnelle und wirkungsvolle Maßnahmen gegen Wohnungsnot – ein Konzept, das Obdachlosigkeit wirklich reduziert.
Die Hamburger Wohnungsunternehmen, insbesondere SAGA GWG, müssen mehr Wohnraum für obdachlose Menschen zur Verfügung stellen.
Der Soziale Wohnungsbau muss in allen Stadtteilen ausgeweitet werden – jährlich fallen doppelt so viele Wohnungen aus der Sozialbindung wie durch die Wohnungsbauoffensive neu gebaut werden.
Das Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot ist ein Zusammenschluss von Trägern der Wohnungslosenhilfe aus der Freigemeinnützigen Wohlfahrtspflege.

Im Hamburger Aktionsbündnis engagieren sich:
Ambulante Hilfe Hamburg e.V. / basis & woge e.V. / Bodelschwingh-Haus – Ev. Luth. Kirchenkreis HH-Ost/ Caritasverband für Hamburg e.V. / Diakonisches Werk Hamburg / Diakonisches Werk Hamburg-West/Südholstein / Die Heilsarmee / Herz-As gGmbH / Hinz&Kunzt gGmbH / Hude e.V / Integrationshilfen e.V. / Jugendhilfe e.V. / Kemenate Frauen Wohnen e.V. / MW Malteser Werke gGmbH (Malteser Nordlicht) / Mook wat e.V. / Sozialdienst katholischer Frauen e.V. - Hamburg-Altona / Verein für Soziale Hilfe e.V.

Hinweis
Das Foto zeigt das Aktionsbündnis bei ihrer Aktion vor dem Diakonie-Zentrum für Wohnungslose in der Bundesstraße
Das Foto gibt es in hoher Auflösung bei Knud Bräutigam, Diakonisches Werk Hamburg,  040 306 20 237, braeutigam@diakonie-hamburg.de

Veröffentlicht am 1. November 2012



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