Diakonie Hamburg

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Entbürokratisierung in der Pflege - DFA schult Multiplikatoren und Einrichtungen

Als eine der Ersten setzt die Diakonie in Hamburg das Projekt zur Vereinfachung der Pflegedokumentation um: Rund 20 Pflegeeinrichtungen der Diakonie bauen unnötige Dokumentationen bei der Pflege alter Menschen ab. So sollen künftig beispielsweise bei Routinetätigkeiten nur noch Abweichungen dokumentiert werden und nicht mehr jede einzelne wiederkehrende Tätigkeit. Die Pflegeplanung wird vereinfacht und verständlicher. Pflegekräfte bekommen dadurch mehr Zeit für die individuelle Versorgung der Pflegebedürftigen. Dazu Stefan Rehm, Vorstand der Diakonie: „Bereits ein Viertel unserer diakonischen Pflege-Einrichtungen stellt sich diesem aufwändigen Prozess. Damit erfüllen wir die gewünschte Quote schon zum Projektstart. Ein großer Gewinn für unsere Mitarbeitenden und vor allem für die von ihnen gepflegten Menschen.“ Deutschlandweit möchte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung in den nächsten anderthalb Jahren mindestens ein Viertel aller Altenpflegeeinrichtungen in Deutschland für die vereinfachte Dokumentation gewinnen.

Laut Stefan Rehm, Vorstand im Diakonischen Werk, darf „Pflegedokumentation nicht zum Selbstzweck werden und die Zuwendung der Pflegekräfte zum Menschen begrenzen. Sie ist eine wichtige Grundlage, um die Qualität der Altenpflege sicherzustellen. Sie stellt die Kommunikation aller an der Pflege Beteiligten sicher – und bindet dabei auch den Pflegebedürftigen selbst und seine Angehörigen ein. Deshalb treiben wir das Entbürokratisierungsprojekt in der Diakonie Hamburg voran, damit die Erleichterungen für die Pflegenden und Gepflegten schnell spürbar werden.“  Über das Diakonische Werk Hamburg wird die Anbindung an das bundesweite Projekt geleistet. Das Diakonische Fortbildungsinstitut DFA hat Multiplikatoren für das neue Strukturmodell ausgebildet. Die Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege der Diakonie und zahlreiche weitere Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege in Hamburg werden aktuell vom DFA geschult.

Das Entbürokratisierungsprojekt gilt als das größte Projekt seiner Art in der Geschichte der Pflegeversicherung. Es wird geleitet vom Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann und der ehemaligen Ombudsfrau für Entbürokratisierung, Frau Elisabeth Beikirch. Die Dokumentationen in der stationären und ambulanten Pflege sollen ohne Abstriche bei der Aussagekraft sowie fachlich und rechtlich abgesichert im Umfang deutlich reduziert werden. Wie eine Erprobungsphase schon bewiesen hat, liegt der Nutzen in der Zeitersparnis und in der Steigerung der Motivation und Zufriedenheit der Pflegekräfte. Das Entbürokratisierungsprojekt wurde gemeinsam mit den Verbänden der Einrichtungs- und Kostenträger, dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung sowie mit den Ländern erprobt und entwickelt.

 

 

Veröffentlicht am 29. Mai 2015